Glaube
Neue Götter braucht das Land
Letzte Änderung: 16.01.2012



Viele Menschen haben bislang ihren Glauben dargestellt und anderen gezeigt, an was sie glauben. Und das will auch ich tun. Dies ist kein Dogma und ich mag mich täuschen; es ist nichts, was Du auch glauben musst.
Es ist nur meine Sicht der Dinge und kann höchtens die eine oder andere Anregung bieten.
Seit zig Jahrtausenden leben die Menschen in der Natur und fragen sich seit ewigen Zeiten, wie das alles entstanden ist und warum die Natur so funktioniert wie sie funktioniert. Warum gibt es Sommer und Winter, warum bewegen sich die Sterne, warum fällt der Regen?
Im Laufe der Zeit entstanden daraus Sagen und Geschichten, die einen Ursprung der Welt und manchmal auch deren Ende zeigen und erklären. Dabei ging es nicht darum, im wissenschaftlichen Sinne die tatsächlichen Gegebenheiten zu erklären sondern vielmehr darum, eine Erklärung zu haben für alles, was ist. In diesen Geschichten entstanden Götter und Göttinnen, Riesen, Trolle, Dämonen und und und.

Der Mensch hat die Götter geschaffen durch den Willen vieler Generationen.
Die vielen Götter und Göttinnen sind Sinnbilder für das eine oder andere Prinzip der Natur oder der Gesellschaft. Sei es die Fruchtbarkeit, die Kommunikation, der Wald, das Jagdglück. Um etwas davon zu beeinflussen musste man den Gott beeinflussen. Diana und die Jagd zum Beispiel ist schlicht und einfach das selbe.
Das bedeutet nicht, dass Götter nicht existieren, im Gegenteil. Sie sind tatsächlich existent, denn sie sind das Bild des Menschen für Eigenschaften der Umgebung, die anders kaum zu greifen sind. Ein Gott des Regens, des Donners oder der Rache kann tatsächlich beschworen werden und sich manifestieren. Und er kann tatsächlich wirken! Die Wirkung allerdings - ob magisch oder psychologisch - kommt letztlich aus Dir selbst, die Götter sind nur Kanäle.

Er hat keinen eigenen Willen. Als Manifestation eines Prinzips kann er kein persönliches Bewusstsein haben, durchaus aber Charaktereigenschaften. Was wie ein Widerspruch klingt kommt daher, dass ein Gott das Sinnbild für ein real existierendes Konzept ist, von dem wir eine mehr oder weniger genaue Vorstellung haben.
Ganz ähnlich wie es mit Nationen ist. Eine Nation hat kein persönliches Bewusstsein, durchaus aber Charaktereigenschaften, die sich aus der Wahrnehmung durch andere ergibt. "Die Deutschen" sind fleißig und humorlos, "die Amerikaner" sind arrogant und übergewichtig, etc. Das mag für einen einzelnen Deutschen oder Amerikaner falsch oder richtig sein, im Bewusstsein Außenstehender sind diese Charaktereigenschaften (oder auch Vorurteile) mehr oder weniger real und haben daher auch eine Auswirkung.
Ähnlich verhält es sich mit Göttern. Die Charaktereigenschaften, die wir ihnen zusprechen mögen in individuellen Situation unpassend sein. Aber dadurch, dass wir ihnen diese Eigenschaften zusprechen, können wir sie uns vorstellen und mit ihnen kommunizieren.

Nun hat sich die Welt verändert und es gibt Dinge, die vor 1000 Jahren unvorstellbar waren. Andere Selbstverständlichkeiten sind in den Hintergrund gerückt oder ganz verschwunden. Daher finde ich es manchmal anstrengend, für eine Situation einen bestimmten Gott zu wählen.

Ein Blitz entsteht, wenn in einer Wolke durch Reibung der Staubpartikel eine statische elektrische Aufladung einen Schwellwert überschreitet und ist nichts anderes als die glühende ionisierte Luft in dem Kanal, auf dem sich der Potentialunterschied zwischen Wolken und Boden oder auch zwischen zwei Wolken ausgeglichen hat. Donner entsteht durch Luftverschiebung, wenn Luft in diesem Blitzkanal schnell und stark erhitzt wird.
Vermutlich wird heute niemand mehr auf die Idee kommen, Donar anzurufen, wenn es donnert, dass er sein Haus verschone. Heute funktioniert das viel effizienter mit Hilfe eines Blitzableiters. Donar/Thor wird heute eher angerufen, wenn es um Verteidigung und Gerechtigkeit, aber auch um Fruchtbarkeit geht. Ähnlich wie Thor haben auch andere Götter neue Rollen bekommen. Odin ist nicht mehr so sehr der Gott der Politik und göttlicher Heerführer. Vielmehr ist seine Zuständigkeit in richtung Trickserei, Wortgewandheit, aber auch nach wie vor Magie gewandert.

Ich glaube, dass wir diese Rollenveränderung ganz bewusst herbeiführen sollten und den alten Göttern auf Basis ihrer bisherigen Zuständigkeit neue Rollen zuweisen können.
Manch modernes Phänomen aber braucht einfach einen neuen Gott, eine neue Göttin. Auf Details wie Ragnarök und die Frage, ob das schon vorbei sei, würde ich aus praktischen Gründen gern verzichten. Sagen wir mal, Ragnarök steht noch aus. Ich beziehe mich hierbei meinem Weltbild folgend auf die nordische Götterwelt, das ist natürlich kein Muss.

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