Der alte Weg
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Oft hört man vom alten Weg und nirgends wird erklärt was das ist, dennoch hat wohl jeder eine nebulöse Vorstellung davon, was der Begriff bedeutet.
Naja, und so hab denn auch ich eine ungefähre Vorstellung davon, allerdings gilt die natürlich nur für mich. Kann sein, daß Dein Verständnis ein anderes ist oder sich ändert.

Wann der Begriff aufgekommen ist weiß ich nicht. Aber welche Zeit er beschreibt, das weiß ich ziemlich genau. Nämlich wird mit diesem Wort die Zeit vor der Christianisierung beschrieben bis hinab in die graue Vorzeit. Nach der Christianisierung und vor allem im Verlauf der Industrialisierung hat der Mensch den Bezug zur Natur verloren. Und damit den Bezug zu sich selbst. Alles, was geschah war Gottes Wille oder, noch schlimmer, Werk des Teufels. Die Natur mit ihren dunklen Ecken, das Körperliche, einfach alles wurde verteufelt.
Der alte Weg ist der Weg, den unsere Altvorderen gelebt haben. Oder besser gesagt, es ist das Leben, das wir uns idealisiert vorstellen wenn wir dran denken, wie unsere Altvorderen gelebt haben könnten.
Die Götter waren noch dort, wo sie hingehören: In der Natur.

Die Natur ist lebendig, wir selber sind ein Teil von ihr. Wir sollen sie uns nicht Untertan machen sondern wir sollen mit ihr und in ihr leben. Tiere wurden mit Respekt behandelt und nicht wegen des schnellen Profits ausgerottet. Bäume waren Gottheiten und wurden nicht einfach aus dem Boden gerissen, um an Ort und Stelle geschält zu werden.
Wohlgemerkt, ich rede von einer idealisierten Vorstellung, denn die Zeit hatte auch ihre Nachteile, angefangen bei der eher spärlichen Gesundheitsinfrastruktur bis hin zur fehlenden Information - Bücher, Internet, etc waren ja noch nicht erfunden.

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Aber dennoch ist der alte Weg ein erstrebenswertes Ziel.
Wir leben zwar in unserer Welt und ein Ausbruch ist kaum möglich. Aber mal ehrlich, wer ist denn in dieser Welt überhaupt noch wirklich glücklich?
Glück, oder besser Zufriedenheit, ist doch aber die Triebfeder (fast) jedes Menschen.

In meinen Augen ist der "alte Weg" heute die Rückkehr zum bewussten Leben. Die Wiederentdeckung der Umwelt, das Ja zum Ich.
Ob das einen glücklicher macht sei mal dahin gestellt, aber mich hat die Wandlung des Bewusstseins zumindest wacher und tatsächlich ein gutes Stück zufriedener und sicherer gemacht.
Zum alten Weg gehört der Respekt gegenüber der Natur, sei es jetzt eine Katze, ein Baum oder eine Wiese. Dazu gehört, sein "Ich" zu suchen, mit Hilfe von Schattenarbeit seine dunklen Seiten zu finden und zu ihnen zu stehen. Dazu gehört, die Natur zu erleben und nicht nur zu Hause zu sitzen. Dazu gehört, alternative Heilmethoden anzuwenden - bei akuter Krankheit allerdings trotzdem zum Arzt zu gehen.  Dazu gehört der bewusste Umgang mit seiner Lebensenergie und der Ernährung.

Und vor allem bedeutet der alte Weg, nicht blind durch die Welt zu gehen sondern zu sehen und zu staunen, die Anderswelt als Teil dieser Welt zu akzeptieren und sein Bewustsein nicht einzusperren.
So manch Naturschützer geht in meinen Augen konsequenter den alten Weg als die Hexe, die zu Hause sitzt und ihre Zauber ausprobiert.

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