Umweltschutz
Letzte Änderung: 20.10.2010



Soso, Du sagst also, Du gehörst als Heide und/oder Hexe einer alten Naturreligion an und Du verehrst die Natur und den Planeten. Oder zumindest findest Du die Vorstellung interessant und siehst eine gewisse Grund-Verbundenheit. Dann will ich Dich mal was fragen: Was tust Du für unseren Planeten? Einmal im Jahr ein Pacha-Mama-Ritual ist ja ganz schön und gut. Mag sein, dass es hilft - aber es ist verlogen, wenn man es nicht ernst  meint. Wenn man im Supermarkt nur nach Preis entscheidet, ein viel zu großes Auto fährt, sich nur um sich selber kümmert. Wir alle sind verantwortlich für unseren Planeten: Du und ich und jeder andere. Manche erkennen es tatsächlich und sagen sich "Aber was kann ich alleine schon tun?". Eine durchaus berechtigte Frage und die Antwort lautet: "Eine Massenbewegung kann etwas verändern, und zu einer Masse gehören viele Einzelne wie Du." Mancher fragt sich: Naturschutz und Glaubensausübung, passt das überhaupt zusammen? Na kar, warum denn nicht. Manch einer hält den Glauben von der materiellen Welt getrennt. Denkt, der Glaube habe keinen Einfluss auf die Welt. Ich hab sogar schon allen ernstes gehört "Naturschutz, das geht mich nichts an". Aber ich bin mir sicher: Kaum etwas gehört so eng zusammen wie der alte Weg und Naturschutz. Mit "alter Weg" meine ich nicht den Versuch, das Leben der Altvorderen nachzubilden. Das ist in meinen Augen der falsche Ansatz. Denn die Vorstellung von Natur war bei den alten Germanen und Kelten eine grundsätzlich andere als heute. Die Natur wurde angebetet, klar. Aber hauptsächlich aus Angst, weniger aus Liebe. Für einen Germanen hatte ein Ausflug in den Wald weniger etwas romantisches, sondern vielmehr etwas gefährliches. Heute kennen wir viele Zusammenhänge und sind in der Lage, global zu denken. Viele Tiere sind ein wenig entzaubert, dafür aber um so bezaubernder. Dieses angesammelte Wissen sollten wir nutzen, um etwas für die Natur zu tun.

Umweltschutz ist Selbstschutz
Letzte Änderung: 20.10.2010



Und wer etwas für die Natur tut, der tut auch etwas für sich selbst und alle anderen. Wir sind auf Gedeih und Verderb in diese Welt eingebunden. Wir haben nur diesen einen Planeten und das wird noch lange so bleiben. Es gibt keine andere bekannte materielle Welt, auf die wir ausweichen können. Wenn wir also die Atmosphäre aufheizen, so dass das Klima kippt, dann bist auch Du davon betroffen. Wenn ganze Dörfer unter Schuttlawinen begraben werden, weil der Bewuchs am Abhang für neue Skipisten gerodet wurde, dann bist unter Umständen auch Du davon betroffen. Wenn ganze Häuser urplötzlich in absackender Erde verschwinden, weil darunter Raubbau betrieben wurde, dann bist u.U. auch Du betroffen. Wenn die gesamte Küste und mit ihr Städte wie Kiel oder Hamburg und auch Länder wie Dänemark oder Mallorca im Meer versinkt, weil die Meeresspiegel steigen, dann bist ganz bestimmt auch Du betroffen. Und so weiter und so fort.

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Von einer Sache sollten wir uns gedanklich direkt trennen: Die Natur hat kein Ich-Bewusstsein. Ich persönlich glaube, dass die Erde als Gesamtheit ein Bewusstsein hat, das sich aber grundlegend von dem unterscheidet, was wir gemeinhin als Bewusstsein kennen. Es ist vielmehr die Gesamtheit aller bewussten Gedanken, die auf dem Planeten gedacht werden. Und damit sind wir und unsere Einstellung ein großer Teil des Gesamtbewusstseins.

Das bedeutet einerseits, dass es so etwas wie eine "Rache der Natur" nicht geben wird. Die Natur kann sich zwar selber heilen, aber dafür muss erstmal die Ursache der Probleme behoben werden. Und die Hauptursache sind zur Zeit wir. Oder besser gesagt: Die Tatsache, dass es so viele von uns gibt.

Andererseits bedeutet es, dass wir für das Wohl unseres Planeten verantwortlich sind. Schließlich sind wir die einzige Spezies, von der wir wissen, dass sie wirklich etwas verändern könnte. Aber das ist ein langwieriger, anstrengender Prozess. Erhaltenswert ist vor allem die Artenvielfalt auf dem Planeten Erde. Zur Zeit sterben jeden Tag 150 Pflanzen- und Tierarten aus ( Quelle: Artenschutz.info ). In diese Schätzung gehen auch die Arten mit ein, die noch nie beobachtet oder beschrieben wurden. Die Verantwortung dafür tragen zwar nicht immer wir, aber in den meisten Fällen durchaus.
Noch gibt es zwar zwischen 5 und 30 Millionen Tier- und Pflanzenarten auf dem Planeten, aber diese Biodiversität (die Vielfalt im Lebensraum) schrumpft und schrumpft. 

Hmm, wenn man es recht betrachtet, dann hat der Planet doch ein Bewusstsein. Und das sind wir.

Wo liegt das Problem
Letzte Änderung: 20.10.2010



Warum ist die Biodiversität wichtig, könnte man sich fragen. Nun, die Vielfalt des Lebens ist der Grund für seinen Erfolg. Umweltbedingungen ändern sich ständig. Und da braucht das Leben eine breite Basis, um auf neue Bedingungen zu reagieren. Und genau hier addieren sich zwei Effekte: Die Umwelt verändert sich durch den Menschen so schnell wie kaum je zuvor. Und viele Tier- und Pflanzenarten sterben aus und können keine ökologischen Nischen mehr besetzen. Sarkastische Geister könnten jetzt sagen, genau das sei die Auslese, dass nur jene Arten überleben, die an das Leben mit dem Menschen angepasst sind. Aber das ist von daher Unsinn, dass der Mensch die Welt ja immer weiter verändert und sich niemand wirklich dran anpassen kann. Das unterscheidet die von Menschen gemachten Probleme von Katastrophen wie den vergangenen Massensterben: Es hört nicht auf, wenn wir es nicht stoppen. Es wird schlimmer. Die ganze Nahrungskette ist ein diffiziles Netzwerk verschiedenartiger Beziehungen. Wir haben die Nahrungskette (oder besser: das Nahrungsnetzwerk) nicht mal wirklich begriffen und sind immer wieder überrascht, welche Auswirkungen unser Handeln oder Nicht-Handeln hat. Und doch ändern wir immer wieder etwas, zerstören immer weiter Lebensräume. Die Probleme addieren sich.
Der Mensch als Ganzes sollte sich dieser Probleme annehmen und sich verantwortlich zeigen statt unersättlich. "Schön und gut" mag man jetzt sagen, "Verantwortung für den Planeten mag man ja haben, aber das ist zu teuer". Diese Behauptung wurde natürlich auch sofort von Ökonomen aufgestellt, als das Umweltbewusstsein langsam erwachte.
Dem wurde aber eine Rechnung gegenübergestellt, die ganz anders aussah. Und seitdem gibt es einige TEEB-Studien ("The Economics of Ecosystems and Biodiversity"), die allesamt zeigen: ja, Umweltschutz ist sehr teuer. Aber was kostet es, unsere Umwelt nicht schützen? Wieviel ist ein Ökosystem wert? Was kostet es, wenn der Regenwald abgerodet wird? Was kostet es, wenn Nahrungsketten verschwinden, weil eines oder mehrere Glieder verschwinden?
Ich will hier einige Beispiele aus solchen Studien anbringen. Sie sind allesamt nachvollziehbar, auch wenn man anfangs noch nicht an solche Zusammenhänge dachte:

  • Schutzfunktion des Waldes: Ein Wald hat viel mehr Wert als nur die Einnahmen für das Holz. Vielmehr schützt ein Wald in vielfacher Weise: An Berghängen schützen Wälder vor abrutschendem Erdreich und Schnee. Einerseits weil sie das Erdreich und den Schnee festigen. Andererseits weil sich von oben kommende Lawinen abhalten oder zumindest schwächen. Außerdem bindet ein Wald an einem Berghang regenwasser. Ohne den Wald kommt das Wasser ungebremst vom Berghang herunter und bringen Schlamm und Geröll mit. Ein Schicksal, das schon einige Dörfer erlebt haben. Die Kosten sind immens.
    Ohne einen intakten Bergschutzwald müssten aufwändige Schutzaßnahmen erbaut werden.
  • Künftige Entdeckungen: Die Medizin ist ständig auf der Suche nach neuen Impulsen, wie auf eine Gefahr/Krankheit reagiert werden kann. Sie suchen ständig nach Tieren und Pflanzen, die Erregern auf neuartige (oder besser: bislang unbekannte) Weise begegnen. Und viele solche Impulse erhalten sie im Regenwald, der mit atemberaubender Geschwindigkeit abgeholzt wird. Oder im Meer, das als unsere Toilette und Gift-Lagerstätte missbraucht wird. Auch Haie sind wertvolle Studienobjekte, weil sie scheinbar gegen alles immun sind. Und gerade Haie werden zu Millionen abgeschlachtet, weil irgendwelche Chinesen gerne Haifischflossensuppe essen. Wenn diese Ökosysteme so stark belastet werden, wie es zur Zeit geschieht, dann ist gar nicht absehbar, was es uns kostet. Denn wir wissen ja nicht einmal, was uns verloren geht. Aber mal von den Billionen von Dollar abgesehen, die diese Entdeckungen wert wären: Wir stünden neuen Herausforderungen wie multiresistenten Erregern alleine gegenüber.
  • Mehr Ausbeute durch Biodiversität: Es ist durch viele dieser Studien erwiesen, dass gesunde Ökosysteme mit großer Biodiversität größere Erträge an Holz und Nahrung abwerfen als Monokulturen. Monokulturen lassen sich besser pflegen und abernten, aber Holz aus einem natürlichen Wald ist in der Regel gesünder. Weizen, der mit anderen Pflanzen zusammen wächst ist nicht so hilflos Krankheiten ausgeliefert. Da braucht es keine gentechnische Veränderung, ein wenig Geschick bei der Auswahl der Beipflanzen kann das Korn wesentlich resistenter machen. Der Hauptgrund für gentechnisch veränderte Lebensmittel ist nicht, bessere Pflanzen zu haben. Sondern einfach, den Bauern vom Lieferanten abhängig zu machen. Denn die wenigsten Gen-Pflanzen pflanzen sich von alleine fort. Der Bauer muss jedes Jahr neue Saat vom Hersteller kaufen und ist damit von diesem abhängig.
  • Das Grundwasser: Eine wichtige Funktion des Pflanzenwachtums ist das Ausfiltern von Schadstoffen aus dem Wasser. Zwar Filtert auch der Boden selbst und die Bakterien im Boden vieles aus, aber Stoffe wie Phosphate und Nitrate werden am effektivsten durch einen gesunden Bewuchs ausgefiltert. Ohne diesen Bewuchs müssten diese Schadstoffe durch aufwendige Anlagen gereinigt werden. Überhaupt:
  • Die Reinigung: Es kommt vor, dass Gebiete durch mangelndes Umweltbewusstsein belastet werden. Diese Gebiete müssen vor einer zukünftigen Nutzung zunächst aufwendig gereinigt werden, wenn man hier zum Beispiel wohnen, etwas anbauen oder ernten will. Oder wenn sich herausstellt, dass eine Gift-Lagerstätte das Grundwasser vergiftet. Und aus eigener Erfahrung weiß jeder: Aufräumen ist sehr viel aufwendiger als etwas dreckig zu machen
  • Bestäubung: Insekten, z.B. Bienen bestäuben Pflanzen. Das ist kein Geheimnis. Und doch ist der Wert dieses Dienstes fast nicht in Worte zu fassen. Wenn ein Ökosystem zusammenbricht und es keine Kleininsekten mehr gibt, dann muss in einem aufwendigen Verfahren die Pflanze künstlich bestäubt werden. Alleine die Kosten dafür und die geminderte Produktivität kosten Milliarden.
  • Einseitige Ernährung: Ein Großteil der Welt ernährt sich von lediglich 12 Pflanzen- und 14 Tierarten. Diese einseitige Ernährung kann fatale Folgen haben, wenn es um flexible Anpassung an sich ändernde Umweltbedingungen geht. Dann sind wir nämlich noch abhängiger vom Wohlergehen einiger Arten als bisher. Vor allem Hirten- und Nomadenvölker kümmern sich darum, dass der Gennpool nicht völlig ausdörrt. Aber neben den Tieren und Pflanzen sterben auch diese Hirtenvölker langsam aus, weil sie durch die wachsenden Städte eingeengt und die Jungen vom versprochenen Reichtum angezogen werden.
    So könnte man fast endlos weitermachen.
  • Beispiel Bienen: In den USA greift ein Bienensterben um sich. Der Grund ist vermutlich die Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzensorten, von denen sich die Bienen nicht ernähren können. Der Grund dafür wiederum ist, dass die Bauern vom Lieferanten abhängig gemacht werden sollen. Das Sterben der Bienen hat laut "New York Times" in den USA alleine 2007 eine Schaden von 14 Mrd US-Dollar verursacht
  • Heutiger Schaden: Bereits heute ist die Umwelt so stark belastet, dass man den Schaden beziffern kann. Einer Studie zufolge kostet uns die Naturzerstörung nach Rechnungen wie oben heute zwei Billionen Dollar - jedes Jahr!
Religion und Umweltschutz
Letzte Änderung: 21.10.2010



Passt das überhaupt zusammen?  Na kar, warum denn nicht.

Mancher hält den Glauben von der materiellen Welt getrennt. Denkt, der Glaube habe keinen Einfluss auf die Welt. Ich hab sogar schon allen ernstes gehört "Naturschutz, das geht mich nichts an". Aber ich bin mir sicher: Kaum etwas gehört so eng zusammen wie der alte Weg und Naturschutz. Mit "alter Weg" meine ich nicht den Versuch, das Leben der Altvorderen nachzubilden. Das ist in meinen Augen der falsche Ansatz. Denn die Vorstellung von Natur war bei den alten Germanen und Kelten eine grundsätzlich andere als heute. Die Natur wurde angebetet, klar. Aber hauptsächlich aus Angst, weniger aus Liebe. Für einen Germanen hatte ein Ausflug in den Wald weniger etwas romantisches, sondern vielmehr etwas gefährliches.

Heute kennen wir viele Zusammenhänge und sind in der Lage, global zu denken. Das verdanken wir nicht zuletzt der Epoche der Romantik. Dieses Wissen sollten wir nutzen, um etwas für die Natur zu tun.

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