Soso, Du sagst also, Du gehörst als Heide und/oder Hexe einer alten Naturreligion an und Du verehrst die Natur und den Planeten. Oder zumindest findest Du die Vorstellung interessant und siehst eine gewisse Grund-Verbundenheit. Dann will ich Dich mal was fragen: Was tust Du für unseren Planeten? Einmal im Jahr ein Pacha-Mama-Ritual ist ja ganz schön und gut. Mag sein, dass es hilft - aber es ist verlogen, wenn man es nicht ernst meint. Wenn man im Supermarkt nur nach Preis entscheidet, ein viel zu großes Auto fährt, sich nur um sich selber kümmert. Wir alle sind verantwortlich für unseren Planeten: Du und ich und jeder andere. Manche erkennen es tatsächlich und sagen sich "Aber was kann ich alleine schon tun?". Eine durchaus berechtigte Frage und die Antwort lautet: "Eine Massenbewegung kann etwas verändern, und zu einer Masse gehören viele Einzelne wie Du." Mancher fragt sich: Naturschutz und Glaubensausübung, passt das überhaupt zusammen? Na kar, warum denn nicht. Manch einer hält den Glauben von der materiellen Welt getrennt. Denkt, der Glaube habe keinen Einfluss auf die Welt. Ich hab sogar schon allen ernstes gehört "Naturschutz, das geht mich nichts an". Aber ich bin mir sicher: Kaum etwas gehört so eng zusammen wie der alte Weg und Naturschutz. Mit "alter Weg" meine ich nicht den Versuch, das Leben der Altvorderen nachzubilden. Das ist in meinen Augen der falsche Ansatz. Denn die Vorstellung von Natur war bei den alten Germanen und Kelten eine grundsätzlich andere als heute. Die Natur wurde angebetet, klar. Aber hauptsächlich aus Angst, weniger aus Liebe. Für einen Germanen hatte ein Ausflug in den Wald weniger etwas romantisches, sondern vielmehr etwas gefährliches. Heute kennen wir viele Zusammenhänge und sind in der Lage, global zu denken. Viele Tiere sind ein wenig entzaubert, dafür aber um so bezaubernder. Dieses angesammelte Wissen sollten wir nutzen, um etwas für die Natur zu tun.

