Seit einiger Zeit suchen wir nach Alternativen für die Verwendung von fossilen Brennstoffen. Die Angst, dass es irgendwann nichts mehr gibt, ist groß. Dazu kommen die ausgestoßenen Schadstoffe.
Eine Alternative dazu ist Biodiesel. Er wird aus Raps oder Sojaöl hergestellt und gilt als umweltfreundlich, obwohl die ausgestoßenen Schadstoffe vergleichbar sind mit denen aus Mineralöl-Diesel. Er erzeugt 40% weniger Ruß, aber wesentlich mehr Kohlenwasserstoffe. Das Hauptproblem mit dem Biodiesel aber ist die notwendige Anbaufläche. Während Mineralöl aus zigtausendjährigen Wäldern entstand muss Biodiesel aus Pflanzen raffiniert werden, die auf den bestehenden Anbauflächen erzeugt werden. Selbst das Umweltbundesamt hat festgestellt, dass mit den in Deutschland vorhandenen Anbauflächen maximal 1 - 2% des Dieselkraftstoffs ersetzt werden könne. Das führt dazu, dass Länder wie Brasilien, China, Indonesien, Russland oder Kanada weite Flächen roden, um hier Ölpflanzen wie Soja, Raps, Sonnenblumen oder Ölpalmen anzubauen. In Brasilien zum Beispiel ist der Anbau von Raps für europäischen Biodiesel der Hauptgrund für die Zerstörung von Regenwald. Das bedeutet neben der Zerstörung des Lebensraums für viele Tiere und Pflanzen auch die Verschwendung von kostbarer Anbaufläche für Nahrungsmittel.
Damit wird der einstige Wunsch, eine umweltverträgliche Alternative zum normalen Diesel zu finden, ins Absurde verdreht. Heute ist die Produktion von "Biodiesel" noch schädlicher für die Umwelt, weil dafür so viel Fläche gebraucht wird. Aber eine Umkehr ist unwahrscheinlich. Nicht zuletzt, weil der Anbau von Biodiesel in vielen Regionen der einzige Weg aus der Armut hin zu einem bescheidenen Wohlstand und vielleicht sogar ein wenig Bildung ist. Und das ist doch zuletzt was Gutes. Vielleicht ist der Biodiesel eine der Chancen, auf die unterentwickelte Länder so lange gewartet haben.