Was machen wir?
Müll und Abfallprodukte
Letzte Änderung: 01.11.2010

Chris Jordan: Midway. Message from the Gyre

Wie viel Müll hast Du heute schon produziert?
Ich muss jetzt mal ehrlich zusammenzählen.

Zunächst habe ich geduscht und dabei ein Duschgel verwendet. Das Duschgel ist in einer Kunststoffpackung, die irgendwann leer sein und weggeschmissen wird. Unter der Dusche habe ich die Zähne geputzt (Zahnpastatube und Zahnbürste) und ich habe mich rasiert, wobei irgendwann der Rasierer und die Klingen abgenutzt sein und weggeschmissen werden. Genauso wie der Rasierschaum.
Zum Frühstück gab es ein Butterbrot mit Käse und eines mit Marmelade. Das Brot war in einer Plastiktüte eingepackt, der Käse in einer Plastikschale, die Marmelade in einem Glas. Und die Margarine war ebenfalls in einer Plastikschale.
Ich bin mit dem Auto zur Arbeit gefahren und habe dabei Abgase ausgestoßen und Gummi vom Reifen abgerieben. Auf der Arbeit trinke ich Wasser aus einer Plastikflasche, die ist so schön robust und praktisch. Ich fülle die Flasche mehrfach auf und verwende sie durchaus über Wochen. Aber irgendwann kommt auch die weg. Zwischendurch hole ich mir vom Bäcker etwas zu essen, hier kommt das Essen glücklicherweise in eine Papierverpackung. Auf der Arbeit drucke ich viel Papier aus, das auch irgendwann sicherlich auf den Müll kommt. Nach Feierabend fahre ich wiederum nach Hause, gerne hole ich mir noch schnell einen Snack von der Tankstelle für die Fahrt.
Ich will jetzt nicht alles aufzählen, dann wird das hier zu lang. Aber soviel: Meine Freundin, unsere drei Katzen und ich produzieren alleine zu Hause jede Woche einen gelben Sack voll Verpackungsmüll. Der Müll, den wir draußen produzieren, muss noch drauf gerechnet werden.

Rechne selber einmal aus, wie viel Müll Du produzierst. Und wie viel das auf's Jahr gerechnet ergibt. Da ist es kein Wunder, dass die Welt im Müll erstickt. In jedem Ozean gibt es einen gewaltigen Müllstrudel. Das ist eine Meeresströmung, die sich spiralförmig um den Ozean bewegt. Und diese Strömungen tragen unseren Müll.
Der größte dieser Strudel ist im Pazifik, das Zentrum ist etwa so groß wie Mitteleuropa. Hier treiben auf einem einzigen Quadratkilometer geschätzte 18000 Plastikteile, und der Strudel geht bis fast auf den Grund. Der Ozean ist außerhalb dieser Strudel keineswegs sauber. Sie sind nur das Zentrum des Problems.
An den einsamsten Stränden der Welt wird Plastikmüll in großen Mengen angeschwemmt.
Das ist nicht nur ein ästhetisches Problem: Tiere sind nicht in der Lage, diesen Müll von Nahrung zu unterscheiden. Alleine bei den Albatrossen sterben ein Drittel aller Jungtiere am Müll, der ihnen zu fressen gegeben wird. Da findet man im Inneren eines verwesenden kleinen Albatrosses Einwegfeuerzeuge, Plastikfetzen, Flaschendeckel und Nylonschnur. Das Fatale an Plastikmüll ist, dass er nicht verrottet. Es gibt einfach keine Bakterien oder andere Prozesse, die Gummi, PET, PVC und alles andere zersetzen kann. Chemisch ausgedrückt: Kein natürlicher Prozess (außer vielleicht die Hitze des Erdinneren) kann die langkettigen Kohlenwasserstoffe in Kurzkettige verwandeln. Zwar macht das Sonnenlicht Plastik brüchig und porös. Das bedeutet aber nur, dass die Teile ihre Form verlieren. Sie verschwinden nicht, ein großes Teil wird nur zu Millionen kleinen. So klein, dass die Teile irgendwann von Kleinstlebewesen aufgenommen werden können. Und wer weiß: Vielleicht fängt das Problem dann erst richtig an. Wenn die Grundlage der Nahrungskette an Verstopfung stirbt. Klar, man kann nicht jeden Müll vermeiden, aber die Müllpolitik sollte sich nicht so sehr auf's Geld verdienen konzentrieren (Abfall ist ein riesiger Wirtschaftsfaktor, da werden ganze Containerladungen Müll verkauft) sondern auf effektive Müllvermeidung. Und hier hat der Verbraucher die Macht. Wir können der Politik dabei helfen, indem wir übertriebene Verpackungen vermeiden. Ich denke dabei z.B. an Naschereien, bei denen nicht nur das Ganze verpackt ist sondern auch jedes einzelne Stück in der Verpackung eine Verpackung hat.
Und ich plädiere für verrottende Verpackungen wie Zellstoff oder verrottenden Kunststoff.

Tierhaltung
Letzte Änderung: 01.11.2010



Viele von uns leben mit Tieren zusammen, auch ich und meine Freundin habe drei Katzen (oder sie haben mich, ist Ansichtssache).
Das ist nichts Verwerfliches, auch wenn gerade Katzen im Ruf stehen, die Vogelwelt der Umgebung zu dezimieren. Grenzwertig wird es aber, wenn einen die Sehnsucht nach exotischen Tieren treibt. Um diese Sehnsucht zu stillen, werden exotische Tiere aus aller Herren Länder eingeflogen. Ob Fische, Korallen, Quallen, Reptilien, Schlangen, Nager oder ganz Ausgefallenes. Fast alles wird von irgendwem gehalten. Viele Zoos haben glücklicherweise reagiert und verzichten komplett auf Wildfänge. So manch Verbraucher möchte aber trotzdem ungern auf neue Seepferdchen-Arten verzichten. Das rottet eine Art zwar kaum aus, schmälert aber Bestände und auf der Jagd nach dem gewünschten Tier gehen auch mal andere Opfer in die Falle.

Und bizarrerweise wünscht sich so manch Halter ein möglichst seltenes Tier. Das Argument der Arterhaltung zu Hause ist Unfug, da eine erhaltene Art nur in der Natur Sinn macht. Auch die Arterhaltung in Zoos ist schwierig, da auch hier keine natürlichen Bedingungen vorherrschen. Aber es gibt hier die Hoffnung, dass zumindest ganz arg bedrohte Wesen im Zoo gehalten und später ausgewildert werden können. 

Ausbreitung
Letzte Änderung: 02.11.2010



Der Mensch breitet sich aus, seine Siedlungen und Städte wachsen. Verkehrswege werden ausgebaut. Damit wächst auch der Nahrungsmittelbedarf, die Anbauflächen und die Weidegebiete für Nutzvieh wachsen mit.

Das engt den Lebensraum der Tier- und Pflanzenwelt weiter ein und Wanderwege werden zerschnitten. Zum Beispiel Elefanten, die seit Elefantengedenken durch die Savanne gewandert sind wollen auch weiterhin zu den Futtergründen und Wasserlöchern, die sie kennen. Aber plötzlich erstreckt sich ein Stacheldrahtzaun durch die Savanne oder mitten auf dem Weg ist ein Dorf, das die Elefanten durchqueren müssen, weil sie keinen besseren Weg kennen. Das finden die Menschen natürlich nicht so toll, weil da auch mal was kaputt geht. Und so werden die Tiere verjagt. Das geschieht überall und nicht nur mit Elefanten.
Alle Tiere, die wandern, treffen früher oder später auf Hindernisse, die sie nicht überwinden können. Oder ein Waldgebiet, in dem jede Menge Getier und Gestrüpp lebt, wird für Ackerfläche oder für ein größer werdendes Dorf/Stadt immer kleiner gerodet. Bis es irgendwann nicht mehr da ist. Alle Lebewesen, die bislang in diesem Wald gelebt haben, müssen umziehen. Aber das ist fast unmöglich. Also sterben alle Lebewesen aus diesem Waldstück.  Wenn sich der Mensch also immer weiter ungebremst ausdehnt, dann können Tiere sich nicht mehr bewegen, Pflanzen können sich nicht mehr ausbreiten. Partner können sich nicht mehr finden und Weideland kann nicht mehr erreicht werden. Die Folge: Arten werden erheblich eingeschränkt und der Bestand schrumpft. Viele werden aussterben.

Jagd
Letzte Änderung: 02.11.2010



Einzelne Tier- und Pflanzenarten werden so massiv gejagt, gefischt, gepflückt oder gefällt, dass die übrig gebliebenen zu wenige sind. Sie können sich nicht mehr ausreichend schnell fortpflanzen, um die umgebrachten Tiere und Pflanzen zu ersetzen. Die Folge: Die Art hört auf, zu existieren Warum jagen, pflücken wir die Pflanzen und Tiere? Das hat verschiedene Gründe. Erstmal ist da natürlich die Ernährung. Kaum etwas ist schlimmer als Hunger. Es schmerzt endlos, man kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, man hat keinen Antrieb, keine Kraft. Besonders schlimm ist Hunger in der Kindheit, denn wenn ein Kind im Wachstum nicht die notwendigen Nährstoffe erhält, dann können sich wichtige Teile des Körpers nicht richtig entwickeln. Daher mache ich ganz bestimmt niemandem einen Vorwurf, der sich selbst und seine Familie ernähren will. Auch wenn er dabei auf die Jagd nach seltenen Tieren geht oder den letzten Baum einer Spezies fällt. Dem Einzelnen kann man da keinen Vorwurf machen. Wer im Busch lebt, der holt sich sein Essen aus dem Busch. Wer an der Küste lebt, der holt sich sein Essen aus dem Meer, etc.
Das wäre auch in Ordnung, gäbe es da nicht zwei Probleme. Wir sind zu viele Menschen, die essen wollen. Unsere Technik ist derart effektiv in der Nahrungsbesorgung und -Verteilung. Erstmal zu "Wir sind so viele": Aufgrund der schlichten Menge an Menschen ist es nicht möglich, alle satt zu bekommen und die Umwelt zu schonen. Technisch wäre es tatsächlich möglich, jeden Menschen auf dem Planeten zu ernähren. Angeblich gälte das sogar noch für 12Mrd Menschen. Aber praktisch ist da das Problem der Verteilung. Es geht hier nicht um Transportkosten. Wenn man einfach mal einen Krieg weg lässt, dann wäre damit die Welternährung finanziert (Alleine der Irakkrieg hat bis heute 700Mrd $ gekostet).

Es geht um ganz andere Gedanken: In Europa werden tausende Tonnen Nahrungsmittel vernichtet. Nicht etwa, weil sie verdorben sind sondern, damit der Preis im Markt stabil bleibt. Das ist ein Wahnsinn, den man sich nicht vorstellen mag: Der Hungertod vieler zigtausend Menschen wird in Kauf genommen, damit "Preise stabil bleiben". Anderes Problem: In Krisengebieten werden Lebensmittellieferungen als Waffe verwendet. Nur Dörfer, die dem mächtigen Clan verbunden sind, bekommen Nahrungsmittel. Der Rest wird verkauft oder vernichtet. Und solcher unvorstellbarer Probleme gibt es noch viel mehr. Dazu kommt, dass den Menschen vor Ort ihr eigener Reichtum and Fisch, Fleisch und Pflanzen von internationalen Konzernen weggeschnappt wird. Die Piraten vor Somalias Küsten zum Beispiel sind nicht aus Jux und Dollerei Piraten geworden sondern, weil Ihre Fischgründe von chinesischen und russischen Trawlern leer gefischt wurden und sie nichts mehr zu essen hatten.
Und bevor sie zu Piraten wurden mussten sie irgendwie ihre eigenen Familien ernähren. Womit? Mit Fleisch aus dem Busch. Mit eigentlich geschützten Tieren. Ein Beispiel: Der Kabeljau. 

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