Kurze Zeit nach Tanchelm trat in der Bretagne ein gewisser Eudo von Stella oder "Éon" auf.
Er war scheinbar nicht der hellste, aber wie man sich erzählt war er ein leidenschaftlicher Redner, der Menschen zu begeistern wusste.
Durch die Worte während der Kollekte "per Eum, qui venturus est judicare vivos et mortuos" kam er auf die Idee, der wiedergeborene Sohn Gottes zu sein.
In Zeiten der religiösen Unsicherheit war es ein Leichtes, mit dieser Botschaft Anhänger zu finden.
Seine Lehre griff um sich und 1145 traten Kardinal Alberich von Ostia sowie Erzbischof Hugo von Rouwen im Wortgefecht gegen ihn an - und gewannen natürlich. Das schwächte Eudos Position allerdings kaum. Das vollbrachten erst die Soldaten, die gegen ihn geschickt wurden.
Viele seiner Anhänger wurden gefangen genommen und in Alet verbrannt, weil sie sich weigerten, zu widerrufen.
Eudo zog sich nach Aquitanien im Südwesten des heutigen Frankreich zurück.
Im Jahre 1148 kam er in die Champagne, wo er ergriffen und auf dem Konzil von Rheims Papst Eugen III vorgeführt wurde. Dieser erkannte seine offensichtliche Verrücktheit und schickte ihn in die Obhut von Abt Suger von St Denis wo er schon bald starb. Ein Großteil seiner Jünger aber blieb hartnäckig bei seiner Lehre und zog den Scheiterhaufen einem Widerruf vor.