
Einband einer Druckausgabe der Edda aus dem Jahre 1666 (Quelle: From the 18th century Icelandic manuscript ÍB 299 4to, now in the care of the Icelandic National Library taken from the English Wikipedia, see Image:IB 299 4to Edda.jpg)
Über das germanische Heidentum - Basis meines Glaubens - ist vor allem durch einen Mann mehr bekannt. In der ersten Hälfte des 13. Jhtds hat der isländische Gelehrte und Skalde (nordischer Dichter) Snorri Storlisson Gesänge und Sagas seiner Heimat gesammelt und niedergeschrieben. Damit entstand die Edda. Was das Wort bedeutet ist unklar, vermutet wird eine Übersetzung des lateinischen Wortes editito (Ausgabe). Es könnte aber auch vom islandischen Kredda (lat. credo, dt. Glaube) abgeleitet sein. Eine weitere mögliche Deutung geht auf óðr zurück, was Gesang oder Dichtung bedeutet. Eher selten wird das altnordische Wort edda für Urgroßmutter herangezogen.
Dieses Werk wurde für die Lehre anderer Skalden verwendet und im Laufe der Zeit immer wieder angepasst - wie es auch heute mit Lehrbüchern geschieht.
Tatsächlich ist keineswegs sicher, welche Teile wirkich von Snorri stammen.
Somit sollte man sie nicht überbewerten, denn es sind gewiss viele Verfälschungen im Vergleich zu den ursprünglichen Überlieferungen darin. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass diese Überlieferungen auch nur mündlich weitererzählt wurden. Entsprechend hat der Begriff ursprünglich eigentlich keine Bedeutung. Die Überlieferungen wurden durch die mündliche Erzählung verzerrt und an regionale Gegebenheiten angepasst.
Außerdem ist zu bedenken, dass Snorri selbst Christ war. Immerhin war Island zu dem Zeitpunkt schon seit über 2 Jahrhunderten christianisiert. Zwar ist das nicht wirklich gleichzusetzen mit dem, was wir heute in Mitteleuropa als Christen bezeichen, schließlich war das Leben auf Island auch weiterhin stark durch die alten Sagen beeinflusst. Aber es ist sicherlich einiges christliches Gedankengut in die Überlieferungen eingeflossen.
Aber um ein Gefühl für den Glauben und die Lebensweise zu bekommen ist die Edda unschätzbar.
Denn in ihr sind nicht nur Göttersagen überliefert. Es sind auch Dinge des alltäglichen Lebens geregelt, die durchaus als ursprünglich eingeschätzt werden können. Und da die Edda seit Ihrer Entstehung ein Basiswerk eines jeden Skalden war (und wieder ist), kann sie von niemandem missachtet werden, der sich mit dem gemanischen Lebensstil und Glauben auseinandersetzen will.
Sie ist andererseits keineswegs die einzige Quelle, aus der man über das Leben unserer Vorfahren erfahren kann.

