Edda
Götterdichtung und Spruchweisheiten
Letzte Änderung: 01.04.2012

Einband einer Druckausgabe der Edda aus dem Jahre 1666 (Quelle: From the 18th century Icelandic manuscript ÍB 299 4to, now in the care of the Icelandic National Library taken from the English Wikipedia, see Image:IB 299 4to Edda.jpg)

Über das germanische Heidentum - Basis meines Glaubens - ist vor allem durch einen Mann mehr bekannt. In der ersten Hälfte des 13. Jhtds hat der isländische Gelehrte und Skalde (nordischer Dichter) Snorri Storlisson Gesänge und Sagas seiner Heimat gesammelt und niedergeschrieben. Damit entstand die Edda. Was das Wort bedeutet ist unklar, vermutet wird eine Übersetzung des lateinischen Wortes editito (Ausgabe). Es könnte aber auch vom islandischen Kredda (lat. credo, dt. Glaube) abgeleitet sein. Eine weitere mögliche Deutung geht auf óðr zurück, was Gesang oder Dichtung bedeutet. Eher selten wird das altnordische Wort edda für Urgroßmutter herangezogen.

Dieses Werk wurde für die Lehre anderer Skalden verwendet und im Laufe der Zeit immer wieder angepasst - wie es auch heute mit Lehrbüchern geschieht.
Tatsächlich ist keineswegs sicher, welche Teile wirkich von Snorri stammen.
Somit sollte man sie nicht überbewerten, denn es sind gewiss viele Verfälschungen im Vergleich zu den ursprünglichen Überlieferungen darin. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass diese Überlieferungen auch nur mündlich weitererzählt wurden. Entsprechend hat der Begriff ursprünglich eigentlich keine Bedeutung. Die Überlieferungen wurden durch die mündliche Erzählung verzerrt und an regionale Gegebenheiten angepasst.

Außerdem ist zu bedenken, dass Snorri selbst Christ war. Immerhin war Island zu dem Zeitpunkt schon seit über 2 Jahrhunderten christianisiert. Zwar ist das nicht wirklich gleichzusetzen mit dem, was wir heute in Mitteleuropa als Christen bezeichen, schließlich war das Leben auf Island auch weiterhin stark durch die alten Sagen beeinflusst. Aber es ist sicherlich einiges christliches Gedankengut in die Überlieferungen eingeflossen.

Aber um ein Gefühl für den Glauben und die Lebensweise zu bekommen ist die Edda unschätzbar.
Denn in ihr sind nicht nur Göttersagen überliefert. Es sind auch Dinge des alltäglichen Lebens geregelt, die durchaus als ursprünglich eingeschätzt werden können. Und da die Edda seit Ihrer Entstehung ein Basiswerk eines jeden Skalden war (und wieder ist), kann sie von niemandem missachtet werden, der sich mit dem gemanischen Lebensstil und Glauben auseinandersetzen will.
Sie ist andererseits keineswegs die einzige Quelle, aus der man über das Leben unserer Vorfahren erfahren kann.

Diese Zusammenfassung
Letzte Änderung: 02.04.2012

Der getäuschte König Gylfi aus dem isländischen Manuskript SÁM66 aus dem 18. Jhdt.

Ich bitte um Nachsicht, dass diese Zusammenfassung nur langsam wächst. Es ist nicht immer ganz einfach, die Verse zu erfassen und wiederzugeben. Es gibt so manche Wortwendung, Auslassung und Sprachgebrauch.
Für viele Leser ist die Versform schwer zu lesen, so auch auch für mich. Ich versuche, die Verse in normalen Sprachgebrauch in meinen eigenen Worten zu übersetzen. Damit steht dieser Text übrigens in der Tradition Snorris, da die Edda ja als Lehrbuch schon früher an den jeweils aktuellen Sprachgebrauch angepasst wurde.

Die Edda besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil, die Gylfaginning, erzählt von der Reise des Königs Gylfi zu den Götter, von denen er Wissen zu erlangen sucht. Sie enthält eine Beschreibung der Götterwelt. Dies ist das Werk, das Snorri ursprünglich als Edda bezeichnete. Es enthält viele Namensnennungen älterer Lieder, die aber verloren gegangen sind.
Der zweite Teil ist ein sogenanntes Strophenverzeichnis. Hier werden verschiedene Strophenformen und Kenningar (Begriffsumschreibungen) erklärt.
Damit enthält die Edda alles, was ein Skalde für sein Handwerk braucht: Die Versformen, Umschreibungstechniken sowie die alten Mythen, um die Kanningar zu verstehen.

Die sogenannte Lieder-Edda umfasst Lieder und Dichtungen unbekannter Herkunft. Sie ist auch als Codex Regius bekannt, da sie später in die königliche Bibliothek in Kopenhagen Eingang fand. Die Inhalte decken sich zu großen Teilen mit dem ersten Teil von Snorris Edda, weswegen die Lieder-Edda lange Zeit für die Quelle von Snorris Werk gehalten wurde. Deswegen wird diese Liedersammlung auch gerne Die ältere Edda genannt.
Allerdings scheint sie erst um das Jahr 1270 entstanden zu sein, eine Vorgängerin kaum vor 1250. Somit ist sie nicht älter, auch wenn sich der Name bis heute hält. Damit kann der Autor auch nicht, wie häufig behauptet wurde, Sæmundr Sigfússon sein.

Dieser Text bezieht sich auf die Übersetzung der Lieder-Edda von Karl Simrock aus dem Jahre 1851. Eine andere gute Übersetzung ist die von Felix Genzmer aus 1912.
Beide Übersetzungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte in der Wahl der Texte und der Übersetzung. Die Simrock-Übersetzung gilt als die vollständigste und ursprünglichste, weswegen ich mich für diese entschieden habe.

Literatur
Titel:
Die Edda
Autor:
Felix Genzmer, Kurt Schier
ISBN:
3424011150
Edda nach der Genzmer-Übersetzung
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