Wortwahl
Letzte Änderung: 11.02.2012



In der Magie wie im "normalen" Leben ist es wichtig, welche Worte gewählt werden. Häufig nutzen wir ohne Bedacht Worte, deren Sinn im Laufe der Zeit verdreht und verfälscht wurden. Oder wir wissen einfach nicht, was die Worte bedeuten. Häufig genügt es, kurz darüber nachzudenken, um auf den Sinn zu stoßen. Ich habe außerdem großen Spaß daran, Worte zu analysieren, welcher Sinn in dem Wort selbst eigentlich steckt.

Ich will versuchen, ein paar Worte des alltäglichen Lebens zusammenzutragen und deren Zusammenhang zu beleuchten. Übrigens bin ich kein Sprachwissenschaftler und werde mich nicht mit dem Stammbaum des Wortes auseinandersetzen sondern nur das niederschreiben, was mir so auffällt. Ich bitte Dich, Dich hieran zu beteiligen und mir Worte und deren Bedeutung zuzuschicken, die hier noch fehlen.

A
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Allein: All-Ein. Alles ist eins, eins ist alles. Wer allein ist, der stellt selbst alles dar, was ist. Funktioniert auch im Englische: All-One.

Antwort: Ant-Wort. Die Verwandschaft der ersten Silbe ant zum ent wie in entwerten, entriegeln oder auch zu anti... scheint sinnvoll. Mit einer Antwort wird einem Wort etwas entgegengesetzt. Die Antwort auf eine Frage löscht die Frage aus, da ein Sachverhalt (im besten Fall) geklärt ist. Eine Antwort auf eine Aussage stellt sich dieser Aussage entgegen.

B
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Bedienen: Be-Dienen. Wer etwas bedient, der benutzt etwas, so scheint es. Aber das Wort sagt etwas anderes. Wir dienen dem Gerät, das wir be-dienen. Wir das tun, was das Gerät von uns verlangt. Ich bevorzuge das Wort be-nutzen.

Begabung: Be-gab-ung. Eigentlich meint man damit eine Fähigkeit, die man selbst besitzt. Im Wort steckt aber geben mit drinnen. Es ist also im Wortsinn eine Eigenschaft die gegeben wurde.

Begreifen: Be-Greifen. Um etwas wirklich erfahrbar und verständlich zu machen, muss es wörtlich oder sinnbildlich be-griffen werden.

Belesen: Be-Lesen. Jemand, der als belesen bezeichnet wird, gilt gemeinhin als klug. Das Wort bedeutet aber nur, dass er/sie viel gelesen hat. Ob das Gelesene beim Lösen irgendwelcher Probleme hilft sei dahingestellt.

Beschweren: Be-schwer-en. Wer sich beschwert, der macht sich schwerer als er vorher war. Manchmal ist es notwendig, sich zu beschweren. Aber dennoch ist es nur selten angenehm.
Könnte man auch so verstehen, dass die eigene nach einer Beschwerde "schwerer" wiegt.

Besonders: Be-sonder-s. Besonderes klingt zwar erstmal hervorgehoben. Eine Hervorhebung beinhaltet aber auch immer eine Ab-sonder-ung. Etwas Besonderes steht also außerhalb des anderen.

Bewerbung: Be-werb-ung. Eine Bewerbung ist keine Bitte, es ist Werbung in eigener Sache. Wer sich um etwas bewirbt, der bietet sich selbst an und macht Werbung für sich selbst.

D
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Demut: De-Mut, De-mütigen. Das Entziehen oder der Verlust von Mut. In meinen Augen der falsche Ansatz, um mit offenen Augen zu leben. Denn für das Leben und das Ausleben seiner Ansichten braucht es Mut. Demut ist das Gegenteil.

E
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einungEinbildung: Ein-Bild-ung. Es wird ein Bild in uns hinein projiziert. Man nimmt etwas wahr, was nicht wahr ist. Auch eingebildet sein kommt daher.

Entdecken: Ent-Decke-n. Wenn wir etwas entdecken, dann nehmen wir die Decke von etwas fort. Etwas vormals Unbekanntes wird bekannt.

Entscheidung: Ent-Scheidung. Wer sich entscheidet, der beendet eine Trennung. War man sich vorher noch unschlüssig, so ist man nach einer Entscheidung mit sch selbst einer Meinung. Die mindestens zwei Meinungen sind zu einer geworden.

Entsinnen: Ent-Sinnen. Wenn man sich entsinnt, dann erinnert man sich an etwas. Im Wort steckt aber noch etwas anderes: Man entledigt sich seiner Sinne und ruft Erinnerung hervor.

Entschuldigung: Ent-Schuld-igung. Eine Entschuldigung ist die Befreiung von Schuld, also der Verantwortung für eine Situation. Wer sich entschuldigt, der befreit sich selbst von dieser Verantwortung. Meiner Meinung nach kann man sich nicht selbst entschuldigen. Man kann bestenfalls andere um Entschuldigung bitten. Erst, wenn man von allen, die an der Situation leiden, entschuldigt wurde, ist die Verantwortung auch fort.

Enttäuschung: Ent-Täuschung. Häufig ist eine Enttäuschung ja etwas Trauriges. Aber wenn man sich das Wort mal anschaut, dann steht dort nichts anderes als die Beseitigung einer Täuschung. Ein Irrtum wird durch Wissen ersetzt.
Vielen Dank an Judith

Entwickeln: Ent-Wickeln. Etwas Verwickeltes wird aufgelöst. Was sich ent-wickelt, das kommt immer weiter zu dem, was vorgesehen ist. Dinge, die außen herum ud ggf störend sind werden mehr und mehr aufgelöst.

G
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Gleichgültig: Gleich-gültig. Erstmal besagt das Wort nur, das zwei Dinge gleich viel gelten. Das Wort als solches ist also keineswegs negativ sondern es besagt lediglich, dass keine von mehreren Möglichkeiten einen Vorrang genießt. Egal heißt auf deutsch übrigens nichts anderes als "gleich".

I
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Image: Das Bild in der Öffentlichkeit. Hängt zusammen mit den Begriffen imaginär und Imagination. Es geht also um -> Einbildung. Ein Bild, das erzeugt wurde und nicht unbedingt etwas mit der Wirklichkeit zu tun hat.

L
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Lebensmittel: Lebens-Mittel. Mittel, um sich am Leben zu halten. Aber auch Mittel, die vom Leben stammen. Wir essen Lebendes, um selbst leben zu können. Auch Pflanzen und Pilze haben einmal gelebt. Ja, selbst Fallobst.

Lustig: Lust-ig. Das, was lustig ist betrifft die Lust. Lust ist natürlich mehr als nur sexuelle Lust sondern kann auch Vergnügen oder sinnliche Freude sein. Und etwas Lustiges beschert Dir diese Freude.

N
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Nachhaltigkeit - Nach halten. Man hält etwas zurück, um später noch etwas zu haben. Man nutzt nicht alles, um eine Quelle nicht zu überlasten.

P
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Plötzlich - Plötz-lich. Wenn etwas plötzlich geschieht, dann ist es so, als würde etwas wie ein Ballon platzen. Das heißt aber auch, dass etwas vorbereitet (aufgeblasen) wurde, damit es dann plötzlich in Erscheinung treten kann.

S
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Selbstbewusst: Selbst-bewusst. Derjenige ist selbstbewusst, der weiß, wer er ist. Wer sich seiner eigenen Existenz bewusst ist. Dazu ist -> Selbstsicherheit nicht unbedingt notwendig. Selbstbewusstsein: Selbst bewusst sein.

Selbstvertrauen: Selbst-vertrauen. Wer sich selbst vertraut, der hat Selbstvertrauen. Dafür braucht es etwas Erfahrung und auch die Erkenntnis, wo die eigenen Grenzen liegen.

U
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Unfug: Un-Fug. Das Gegenteil oder die Abwesenheit von Fug. Fug stammt vom mittelhochdeutschen Wort für Recht ab. Also ist Unfug desselbe wie Unrecht. Daher auch Mit Fug und Recht.

Unmittelbar: Un-Mittel-bar. Bedeutet, dass etwas ohne Abstand, also ohne etwas in der Mitte, an etwas anderes anschließt.

V
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Verantwortung: Ver-Antwort-ung. Wer eine Verantwortung trägt, der hat die Pflicht, zu antworten. Das heißt, er übernimmt das Wort für etwas. Wenn ich also die Verantwortung für eine Situation trage, dann muss ich eine Lösung (eine Antwort) finden.

Vermögen: Meistens redet man bei einem Vermögen vom Geldbesitz. Das Wort bedeutet aber viel mehr. Man kann nämlich auch das Vermögen, die Fähigkeit, haben, Dinge zu tun. Anders: Du vermagst, dies und das zu tun. Vermögen deutet also nur auf Möglichkeiten hin.

Verrückt: Ver-Rückt, etwas ist von dem vorbestimmten Ort weggerückt. Es ist woanders, als es nach allgemeiner Meinung sein sollte. Wenn jemand ver-rückt ist, dass befindet er sich einfach woanders als man es erwartet.

Versöhnung: Ver-Sohn-ung. Eigentlich bedeutet Versöhnung, dass ein Sohn (wieder) angenommen wurde. In den meisten Fällen nach einem Streit. Und das heißt auch, dass die Schwächen des 'Sohnes' akzeptiert werden. Bei einem Paar ist der Begriff Versöhnung vielleicht unpassend, denn man könnte fragen, wer von beiden denn der Sohn ist.

W
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Wahrnehmung: Wahr-Nehmung. Nur, wenn man etwas mit seinen Sinnen bemerkt, dann akzeptiert man es als die Wahrheit. Wir können Dinge nur für wahr nehmen, wenn wir sie mit unseren Sinnnen wahrnehmen. Eine Erzählung wird nie so lebendig wie etwas selbst erlebtes.

Wesentlich - Wesen - tlich. Wenn etwas Wesentliches fehlt, dann wird dadurch das Wesen verändert. 

Wunderbar: Wunder - bar. Bar bedeutet nackt, unbekleidet. Wunderbar also bezeichnet ein unverhülltes Wunder.

Wundervoll: Wunder - voll. Etwas ist voll von Wundern.

Z
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Zufall: Zu-Fall, etwas fällt mir zu. Ob es von höheren Mächten oder durch unvorhersehbare Ereignisse in meine Hände fällt ist Ansichtssache.

Zufrieden: Zu-Frieden. Wer zufrieden ist, der hat seinen Frieden gefunden. Ob es jetzt nur um ein bestimmtes Thema geht oder auch um das ganze Leben: Zufriedenheit ist das höchste Glück.

Zugrunde gehen: Zu Grunde gehen. Wenn etwas zugrunde geht, dann löst es sich auf oder hört auf, wichtig zu sein. Möglicherweise kommt dieser Begriff aus der Seefahrt. Etwas, das zum Grund geht ist fort und zerstört.

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