Zensor
Letzte Änderung: 06.02.2015



Unser innerer Zensor ist ein wichtiger Bestandteil dessen, was wir Geist nennen.
Er ist eine Art Torwächter zwischen zwischen dem Bewusstsein und dem Unbewussten. Er ist deswegen wichtig, weil er aufpasst, dass nicht alles was wir sehen für bare Münze genommen wird. Mit dieser Tätigkeit ist er ausgesprochen wichtig, da wir sonst ständig über den Tisch gezogen würden.

Allerdings ist der Zensor erst einmal ausgesprochen konservativ und sehr vorsichtig eingestellt. Das wird auch noch verstärkt durch die magiefeindliche Umgebung in der wir leben und unsere Erziehung. Also wird der Zensor alles, was irrational ist, vom Eingang in das Unterbewusstsein abhalten. Das ist schade, denn das Unterbewusstsein ist der Ort, an den unsere Wünsche gehen müssen, um Wirklichkeit zu werden.

Also müssen wir den Zensor austricksen. Ein guter Trick ist, die Wünsche so zu verschlüsseln, dass der Zensor sie ungehindert passieren lässt. Gut geeignet dafür sind Schreib- und Darstellungsweisen, die wir nicht automatisch lesen können. Zum Beispiel Bilder oder Sigillen. Aber auch fremde Zeichensysteme wie Runen oder meinetwegen Hebräisch, Sanskrit oder Chinesisch können hilfreich sein - wenn man sie nicht zu gut beherrscht. Denn wer das Schriftsystem fließend liest und schreibt, dessen Zensor kann es auch lesen und inhaltlich abweisen - also nicht glauben.

Aber wir können unseren Zensor auch zähmen. Denn unsere Verschlüsselungen gehen nicht unbemerkt daran vorbei. Irgendwie bekommt er doch mit, was wir da mit den Verschlüsselungen treiben und gewöhnt sich dran. Und so wird der Zensor nach und nach etwas entspannter und wird später sogar zu einem hilfreichen Verbündeten. Denn wenn wir durch beständige magische Praxis den Zensor umerzogen haben, übernimmt er einen Großteil der magischen Arbeit für uns, die normalerweise im Hintergrund unseres Bewusstseins stattfinden würde. Er erinnert uns an Dinge, schützt uns vor Außenwirkung, warnt uns.

Deswegen ist es so wichtig, praktische Magie zu betreiben. Auch unser Körper - insbesondere das Gehirn - ist ein Werkzeug, das zunächst geschliffen und geformt werden will. Wir werden im Ganzen zu einem magischen Wesen, unsere Wahrnehmung ändert sich und wir bewirken Dinge, bevor wir dies bewusst bemerken. Wenn Du also irgendwann bemerkst, dass die letzten Monate vielleicht unangenehm waren, Dich aber genau dorthin gebracht haben wo Du sein wolltest und Du genau das gelernt hast was Du brauchtest, dann bist Du auf einem guten Weg.

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