Diese Grundzeichen verwendete Fu-Hsi, um das I-Ging zu entwerfen.
Der Zweck war damals und ist bis heute die Befragung des Schicksals. I-Ging als Orakel ist auf den ersten Blick recht kompliziert und auf den zweiten Blick auch. Aber es eröffnet ungeahnte Orakelmöglichkeiten, die wesentlich detaillierter sind als alle anderen Techniken. Ich werde versuchen, es möglichst verständlich wiederzugeben. Allerdings muss ich gestehen, dass ich es auch das letzte Mal vor Jahren angewendet habe. Hier nehme ich es eigentlich nur der Vollständigkeit halber auf.
Das I-Ging besteht aus 64 Zeichen, die aus 6 Stäben mit der Bedeutung "Yin"und "Yang" bestehen. Yin wird durch eine unterbrochene Linie dargestellt, Yang durch eine durchgezogene.
Darüber hinaus gibt es ein "altes Yin", das sich wandelt und ein "junges Yin", was sich nicht wandelt. Ebenso gibt es ein "altes", sich wandelndes, Yang und ein "junges", sich nicht wandelndes, Yang.
Jede der 6 Reihen des Zeichens wird aus einem dieser 4 Möglichkeiten gebildet. Zu der Bedeutung kommen wir später. Um nun herauszufinden, welches Symbol an welcher Stelle kommt, benutzen die Chinesen das Schafgarbenorakel. Für uns ist allerdings ein Münzorakel praktischer und deshalb wollen wir es auch verwenden. Du brauchst drei Münzen, die es zu werfen gilt. Welche Münzen Du verwendest ist egal, Du kannst 2000 Jahre alte chinesische Münzen verwenden, was natürlich sehr stylish wäre. Du kannst aber auch ganz profane Cent-Münzen nehmen. Im Grunde kannst Du alles nehmen, was nur zwei Möglichkeiten des Wurfs zulässt. Am praktischsten sind natürlich Münzen.
Die sollten alle möglichst gleich sein und Du solltest diese Münzen tatsächlich ausschließlich für das Orakel verwenden. Du kannst sie weihen und immer bei Dir tragen, so wie Du es auch mit den Runen machst.
Nun geht es ans Eingemachte: Du bestimmst endgültig und eindeutig, welche Seite für Yin steht und welche für Yang. Diese Entscheidung triffst Du einmal und am besten, während Du die Münzen weihst. Welche Seite für was steht ist dabei egal, wichtig ist nur, dass sich das nicht im Laufe der Zeit ändert, denn dann wären alle folgenden Orakel unsinnig. Du kannst es auch auf die Münzen schreiben oder ritzen.
Du wirfst die Münzen aus der hohlen Hand oder einem Becher auf eine ebene Oberfläche und betrachtest sie. Dann schaust Du, wie viele Yin und wie viele Yang-Zeichen oben liegen. Nun geht es ans Rechnen.
Yin steht für "2", Yang für "3". Wenn Du also dreimal Yin liegen hast, dann entspricht das einer 6, dreimal Yang entspricht einer 9. Zwei Yin und ein Yang ist eine 7, ein Yin und zwei Yang ist eine 8. Anhand einer Tabelle werden diese Zahlen den vorher erwähnten Symbolen zugeordnet.
6 | altes Yin |
7 | junges Yang |
8 | junges Yin |
9 | altes Yan |
Du fängst also an und schreibst die 6 Symbole von unten nach oben auf, wobei Du die wandelnden Symbole durch ein Kreuz kennzeichnest.
Beispiel: