Nostradamus
Letzte Änderung: 30.09.2010



Zwar fehlen einige Daten aus dem Leben des Nostradamus, aber dennoch lässt sich sein Leben relativ gut rekonstruieren. Wo er doch einer der schillernden Persönlichkeiten seiner Zeit war.
Am 14. Dezember 1503 erblickte er in St Rémy in der Provence das Licht der Welt.
Sein Vater Jaques war Jude, trat allerdings aufgrund des Edikts Ludwig XII von 1501 zum Katholizismus über. Um seiner Umgebung seine christliche Frömmigkeit zu zeigen änderte der Jaque den Namen, nämlich zu Nostredame, übersetzt "unsere Dame", bezogen selbstverständlich auf Maria.
So wurde dann sein Sohn mit dem Namen Michel de Nostredame als Katholik geboren. Der Vater stammte angeblich aus dem Stamm Issachar, dem ohnehin besondere Fähigkeiten nachgesagt wurden. Wie weit das allerdings der Wahrheit entspricht lässt sich kaum nachvollziehen.

Karriere
Letzte Änderung: 30.09.2010



Aufgezogen hat den jungen Mann sein Großvater, Jean de Saint-Rémy. Er war Arzt und Naturheilkundler. Es ist anzunehmen, dass dies der Ausschlaggeber für Michels Berufswahl war.
Von seinem Großvater und später auf der Universität lernte der junge Mann die klassische Welt kennen mit den Griechen und Römern. Das Hebräische ebenso wie die Mathematik, Astrologie und Astronomie, die zu jener Zeit noch nicht getrennt waren.
Mit 17 beginnt Michel sein Studium auf der angesehenen Universität von Avignon. Offenbar war er sehr fleissig und begabt, denn mit 19 besteht er das Trivium. Das ist ein sehr intensiver Test in Griechisch und Latein.
In Europa wüteten zu jener Zeit verschiedene Epidemien, allen voran die Pest. Zu dieser Zeit entschloss Michel sich, Medizin zu studieren. 1529 beendete er sein Studium mit dem Doktor und ging in die Welt hinaus. Er war nicht sesshaft sondern ließ sich von Ort zu Ort treiben. Über sein Studium und seine Arbeiten wissen wir so gut wie nichts. Aber sie waren wohl sehr beeindruckend und für so manchen erschreckend. Der damals sehr umstrittene Arzt Julius César de l'Escalles wurde auf den jungen Arzt aufmerksam und die beiden pflegten engen Kontakt.
Dadurch wurde die Inquisition auf ihn aufmerksam und er wurde vor das gefürchtete Tribunal zitiert. Auf welche Weise er sich verteidigte ist nicht bekannt, aber er hatte jedenfalls für einige Zeit Ruhe vor den Richtern.
In Agen-de-Garonne wurde er wieder sesshaft und heiratete. Der Name seiner Frau ist leider nicht überliefert, aber sie schenkte ihm zwei Kinder. Allerdings nahm eine neuerliche Epidemie ihm seine Familie und er zog wieder umher.
Bis 1543 hört man wieder nichts von ihm. Im Kloster von Orval taucht er wieder auf, zu jener Zeit entstanden die Prophetien von Orval. Man weiß nicht sicher, ob er der Verfasser ist, aber es ist naheliegend.
Aus der Lücke in seiner Biografie kam er jedenfalls mit einer Fülle neuer Ideen wieder. Unter anderem mit der für damalige Verhältnisse absurden Vorstellung, dass Reinlichkeit und Hygiene zur Gesundheit beitragen und die Verbreitung einer Epidemie eindämmen könnte. Zu jener Zeitgalten Aderlass und Einläufe als Allheilmittel, weil Krankheiten aufgrund schlechten Blutes oder eines Ungleichgewichtes der vier Körpersäfte entstanden. Was Sauberkeit damit zu tun haben soll leuchtete einfach niemandem ein.
Das, was der Michel de Nostredame dort tat galt als blanker Unsinn: Hygiene, Kräuter für Gesunde, ein Desinfektionspulver. Davon abgesehen, das einige sogar bezweifelten, ob man dieses "Strafgericht Gottes" überhaupt versuchen sollte, einzudämmen.
Daneben verfasste er Schriftstücke über Makeup, Düfte, Seifen und allerlei Dinge, die heute wohl in Zeitschriften wie Brigitte und Petra stünden. Zum Beispiel "Bericht, wie man einen ungestalten Leib an Weib- und Mannspersonen zieren und jungschaffen machen und allerlei wohlriechende Pulver, Seyffen etc zubereyten soll".
Sein Einsatz gegen die Pest brachte ihm nicht nur Lebensgefahr sondern auch großen Wohlstand. Offenbar half seine Medizin besser als Aderlässe, welche den Patienten noch mehr schwächten und die Patienten schienen dies zu bemerken.
1547 ging Michel nach Salon de Provence, wo er erneut heiratete. Diesmal ist der Name bekannt: Anne Ponsard. Sie schenkte ihm drei Töchter und drei Söhne.

Hellsicht
Letzte Änderung: 12.10.2009



Hier in Salon machte er sich denn auch als Seher einen Ruf.
Er erstellte Horoskope und konnte für jeden Menschen individuell in die Zukunft blicken. Dadurch zog er wiederum das Misstrauen der Kirche auf sich. Diese konnte ihm aber wieder nichts anhaben, da die Astrologie als ernste Wissenschaft galt und nichts Verwerfliches daran gefunden werden konnte, aus den von Gott geschaffenen Sternenläufen die Zukunft zu erkennen.
Ab dem Jahr 1550 veröffentlichte er sogenannte Allmanache über die Geschehnisse im nächsten Jahr. Wie weit diese zutrafen ist nicht überliefert, aber sie verkauften sich sehr gut. Die Allmanache wurden bis ins Jahr 1567 veröffentlicht.
Seine Berühmtheit ging mittlerweile weit über die Landesgrenzen hinaus. Sogar Katharina von Medici empfing ihn. Und schließlich ernannte sie ihn gar zum Hofastronomen und Hofastrologen.
Im Jahre 1558 wurden die ersten sieben Centurien  veröffentlicht und schlugen gleich ein wie eine Bombe. Die Werke widmete er seinem ältesten Sohn César. Die Centurien waren zu Sammlungen von 100 Vierzeilern, mit denen er die Ereignisse in ferner Zukunft voraussagte.
Seine Nähe zur Königin war vermutlich der einzige Grund, weswegen die Inquisition sich nicht seiner annahm. 1566 veröffentlichte er drei weitere Centurien und im gleichen Jahr zwei weitere angefangene, was die antike heilige Zahl 12 ergibt.
1566 soll er am Königshof einen wertvollen "Gegenstand" abgeliefert haben. Welcher das war, darüber gibt es reichlich Mutmaßungen, an denen ich mich aber nicht beteiligen will. Man weiß es einfach nicht. Allerdings war er zu jener Zeit schon schwer krank, Rheuma, Gicht und Asthma machten ihm schwer zu schaffen. Dass er trotzdem die beschwerliche Reise auf sich nahm deutet darauf hin, dass der Gegenstand wohl wirklich sehr wichtig war - zumindest für ihn.
Der Abschluss der letzten Centurien wurde wohl durch die fortschreitende Krankheit des Sehers verhindert.
Am Abend des 1. Juli 1566 verabschiedete er sich von seinem Schüler mit den Worten "Morgen, bei Sonnenaufgang, werde ich nicht mehr am Leben sein."
Tatsächlich wurde er am folgenden Morgen tot aufgefunden.

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