Die Centurien
Letzte Änderung: 12.10.2009



Das Hauptwerk des Nostradamus waren sicherlich die 12 Centurien, welche aus jeweils 100 Vierzeilern bestehen, daher auch der Name.
Als Monarchieanhänger widmete er die Schriften dem König Heinrich II. Da ihn die Inquisition an der klaren Besagung von Zeiten und Orten abhielt wollte er die genauen Orte und Zeiten "später" veröffentlichen. Ob er annahm, die Inquisition zu überleben ist nicht bekannt. Zur Veröffentlichung genauer Zahlen kam es leider nie.

Nur all zu oft wettere ich über die Inquisition, und auch hier kann mich nicht zurückhalten.
Denn Nostradamus hat schon Erfahrung mit dem Tribunal gemacht und war sicherlich nicht gewillt, wieder vor die Richter zu treten.
Also musste er jederzeit vor der Inquisition auf der Hut sein. Daher traf er einige Vorsichtsmaßnahmen. Zum Beispiel verriet er keinerlei Zeitangaben außer den Anspielungen im Text. Die sind allerdings alles andere als eindeutig und werden meist erst im Nachhinein klar - oder es fällt eine Interpretationsmöglichkeit auf.
So ist denn auch der Hauptkritikpunkt der Nostradamus-Gegner, dass die Prophezeiungen so unklar sind, dass sie auf viele Ereignisse zutreffen mögen.
Außerdem hat er keinerlei chronologische Reihenfolge eingebracht, was natürlich die Leserlichkeit erheblich einschränkt. So können zwei Verse aus zwei verschiedenen Centurien auf das selbe Ereignis zutreffen.
Und, so beteuern Nostradamus-Kenner, er hat gerne Wörter verstümmelt, Buchstaben weggelassen und Anagramme verwendet. Wie weit das stimmt oder nur eine Behauptung ist, um neue Interpretationsmöglichkeiten zu bieten, vermag ich nicht festzustellen. Und man weiß natürlich nicht, welche Buchstaben vertauscht sind und welche nicht. So stehen Spekulationen Tür und Tor offen.

Was man also von Nostradamus halten mag, sei jedem selbst überlassen. Ist er ein Scharlaten, der mit kleineren Orakeln die Menschen beeindruckte und dann so unverständliche Texte verfasste, die auf alles passen mögen? Oder ist er tatsächlich ein solch begnadeter Seher gewesen, der Ereignisse um Jahrhunderte im Voraus sah. Tatsächlich gibt es Interpretationen seiner Visionen, die erstaunlich präzise sind und viele Verse, die zusammenhängen. Einiges macht einen durchaus nachdenklich.
Anderes wirkt sehr an den Haaren herbei gezogen.
Ich weiß nicht, ob er tatsächlich etwas sah. Aber ich halte es für möglich. Und ich warte ab, bis Interpretation für die Zukunft eintreten oder nicht.

Im Folgenden werde ich ein paar Themen aus den Texten heranziehen, die sich jeweils auf einen großen Komplex beziehen. Wie weit Du es für glaubwürdig hältst musst Du dann selber sehen.
Leider ist mir keine Statistik bekannt, wie viele der Verse bereits interpretiert sind und auf wie viele keine Interpretation besteht. Falls Dir so etwas bekannt wäre ich für eine Nachricht dankbar.
Die Literaturangaben werde ich in der Form IV/35 machen, wobei die römische Ziffer IV auf die Centurie 4, die Zahl auf den Vers 35 deutet.
Außerdem werde ich aufgrund der schwierigen Übersetzung jeweils das französische Original sowie zwei verschiedene deutsche Übersetzungen anbieten.

Fazit
Letzte Änderung: 12.10.2009



Ein endgültiges Fazit zu ziehen fällt schwer.
Letztlich stellt sich doch die Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass in 1200 schwer verständlichen Vierzeilern zufällig tatsächliche historische Fakten beschildert werden?
Je länger die Geschichte fortläuft, desto wahrscheinlich wird es, dass Begebenheiten geschehen, die sich mit einigen Versen decken, selbst wenn die Inhalte aus den Fingern gesogen wurden.
Und je länger es dauert, bis ein Ereignis eintrifft, desto größer scheinen die Fähigkeiten des Sehers zu sein, weil er ja so weit in die Zukunft gesehen hat.
Mich würde mal eine Statistik interessieren, welche der Vierzeiler bereits eingetreten sind, wie oft die Buchstaben verwürfelt wurden, etc.

Ich kann für mich kein Fazit ziehen, denn die Verschlüsselung, die weit auslegbaren Texte und vor allem das Fehlen einer chronologischen Reihenfolge machen es schwer, an den Wahrheitsgehalt zu glauben.
Dabei darf man aber auch nicht vergessen, dass er zu seiner Zeit einen hohen Ruf als Seher und als Horoskopschreiber hatte. Also hatte er wohl durchaus einige Fähigkeiten.
Die bisherigen Treffer sind auch recht eindrucksvoll, allerdings wurden sie ja erst nach dem Ereignis hingedeutet.
Ich weiß nicht, ob die Prophezeihungen echt sind. Erst, wenn die Interpretationen für zukünftige Ereignisse sich als richtig erweisen werde ich vielleicht meine Unbestimmtheit aufgeben.
Wenn sie allerdings nicht eintreffen - wer weiß denn, daß er richtig interpretiert wurde.

So bleibt wohl das Werk des Nostradamus ein Mysterium, dem man Glauben schenken kann oder nicht.
Deine Entscheidung.

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