Versunken?
Letzte Änderung: 19.11.2009



Soviel ist sicher: Bis vor ca. 13000 Jahren herrschte eine Kaltperiode über die Erde.
Meist spricht man von einer Eiszeit, aber das ist nicht ganz richtig. Denn in einer Eiszeit leben wir noch immer. Sie ist leicht daran zu erkennen, dass es Eis auf der Erde gibt. Das war z.B. zu Zeiten der Dinosaurier nicht der Fall.
In einer solchen Eiszeit gibt es kältere und wärmere Perioden. In einer solchen warmen Periode leben wir nun und die letzte richtig kalte Periode ging halt vor etwa 13000 Jahren zu Ende.
Wegen des vielen Eises waren immense Mengen an Wasser in den Gletschern und Polen gebunden und der Meeresspiegel lag 125 Meter niedriger als heute. Dadurch war das Mittelmeer vom Atlantik getrennt und war - zumindest teilweise - ausgetrocknet. Unter anderem bewiesen durch Höhlenzeichnungen in Höhlen, die heute 36 Meter unter dem Meeresspiegel liegen.
Während der letzten Kaltperiode bestand das Mittelmeer - so scheint es - aus nur einem im Vergleich zum Mittelmeer relativ kleinen See, der durch den Nil gespeist wurde. Ein verlockender Siedlungsort für die Menschen jener Zeit.
Nun stieg der Meeresspiegel wieder um etwa 125 Meter. Die Landbrücke von Gibraltar wurde vom steigenden Meeresspiegel überschritten.
Als dann der Meeresspiegel weiter stieg und das Mittelmeer überflutet wurde, hat das auch die Siedlungsgebiete an jenem See vernichtet.
Sicher, das Fluten des Mittelmeeres hat viele viele Jahre gedauert - ein solches Becken will ja auch erstmal gefüllt werden. Die Menschen haben sich mittlerweile weiter verteilt, unter anderem am schwarzen Meer, das durch den Bosporus vom entstehenden Mittelmeer getrennt war. Dennoch war es sicherlich ein beeindruckendes Erlebnis, seinen Lebensraum unter einem Meer verschwinden zu sehen.

Das schwarze Meer existierte schon, war aber wesentlich kleiner als heute. Die zusätzliche Größe kam zustande, als der Spiegel des Mittelmeeres schließlich so weit anstieg, dass selbst der Bosporus überschwemmt wurde, und auch die Siedlungsgebiete am schwarzen Meer verloren gingen.
Schon wieder musste der Mensch dem Wasser weichen. Schwerlich konnte sich ein Mensch jener fernen Zeit vorstellen, warum seine Siedlungsgebiete immer wieder vernichtet wurden.
Wohl aber konnte er beobachten, wie der Wasserspiegel immer weiter stieg. Da ist die Angst wohl naheliegend, dass das immer weiter geht und schließlich die ganze Welt überschwemmt wird. Dies geschah sicherlich nicht nur am Mittelmeer sondern weltweit, wenn auch nicht immer in so großem Ausmaß.
Vor einem solchen Hintergrund ist es nur all zu verständlich, dass in so ziemlich jeder Kultur auf der Erde eine Sintflut (Sünd-Flut) beschrieben wird. Möglicherweise hat sich eine Erinnerung in unserem kulturellen Gedächtnis herübergerettet und erklärt die Sehnsucht nach versunkenen Ländern.

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