Richter

Letzte Änderung: 16.06.2018

Die Richter

Großinquisitor Torquemada

Die Mönche und Inquisitoren wurden von ihren unmittelbaren Oberen in ihre Funktion eingesetzt, unterstanden in der Befehlshierarchie jedoch unmittelbar dem Papst. Das Tribunal unterlag als außerordentliches Gericht keinerlei Zensur und Kontrolle. Weder seitens des Papstes noch seitens der Ordensoberen, welche die Inquisitoren eingesetzt hatten. Damit hatten sie unbegrenzte Rechte und Vollmachten, was damit gerechtfertigt wurde und wird, daß man nur so entschlossen und schnell gegen das ankämpfen konnte, was als das ärgste religiöse und soziale Übel angesehen wurde.
Naja, was damit gemeint war, dürfte klar sein - die Abwanderung vom Papsttum und damit die Untergrabung seiner Macht.
Das Papsttum erschuf die Inquisition und hätte sie auch relativ leicht abschaffen können - wenn es das gewollt hätte. Aber wer waren diese Richter, welche unter dem Deckmantel der christlichen Rechtschaffenheit reihenweise Menschen zu grausamem Tod und Verderben verurteilten?
Nun, eigentlich waren sie ganz normale Menschen, mit einem Hang zu Macht und einer gewissen Skrupellosigkeit. Eigenschaften,welche sich auch heute ohne Probleme wiederfinden lassen. Als diese dann erstmal in ihre Funktion eingesetzt wurden ergab sich das übrige, eine perfekte Maschinerie. Es gab auch, wie bereits erwähnt, Inquisitoren, die zunächst tatsächlich noch beste Absichten hatten, diese wurden doch schon bald von Macht und Geld oder auch durch Angst vor den "Kollegen" korrumpiert. Die Aussicht auf ein vom Verurteilten konfisziertes Vermögen ließen oftmals mehr Anklagen folgen als tatsächliche Verfehlungen. Auffällig ist bei den Opfern, daß die Zahl der Opfer bei den Wohlhabenden und Reichen prozentual deutlich höher ist als beim normalen Volk.
Die Einnahmen wurden zu gleichen Teilen an die Krone, den päpstlichen Stuhl und die Inquisition aufgeteilt. So erhielt alleine das spanische Königspaar Ferdinant und Isabella die sagenhafte Summe von 10 Mrd Golddukaten, nach heutiger Währung etwa 60Mrd Dollar bei ungleich höherer Kaufkraft
Im Jahre 1629 bekam der Generalinquisitor 3870 Dukaten pro Jahr, die Mitglieder der Suprema je die Hälfte dieser Summe. Im Jahr 1743 erhielt der Generalinquisitor 7000 Dukaten, die 40 Mitglieder der Suprema insgesamt 64100 Dukaten im Jahr.

Im gleichen Licht erscheint auch der Fall des Bankiers Manuel Fernandez Pinto. Ihm schuldete der König 100000 Dukaten. Der König klagte daraufhin den Bankier der Häresie an und war schuldenfrei. Die Inquisition, welche ihn verhaftete, behielt als Gegenleistung für diesen Gefallen vom König die Erlaubnis, die gesamten 300000 Dukaten, welche dem Bankier entrissen wurden, zu behalten.
Kein Wunder, daß es weder Inquisition noch Papst besonders eilig hatten, das "heilige Tribunal" aufzulösen.