Stellungnahmen

Letzte Änderung: 16.06.2018

Ich will nicht versäumen, auch andere Meinungen darzustellen. Deshalb findest Du hier ein paar moderne Stellungnahmen zum Thema.
Die Stellungnahmen lasse ich unkommentiert und unverändert.

Dominikaner

Im Jahr 2000 veröffentlichte das Provinzkapitel der Dominikanerprovinz Teutonia, der auch Inquisitoren wie Heinrich Institoris angehörten, folgende Erklärung: Dominikaner und Inquisition

"Deutsche Dominikaner waren nicht nur in die Inquisition verstrickt, sondern haben sich aktiv und umfangreich an ihr beteiligt. Historisch gesichert ist die Mitwirkung an bischöflichen Inquisitionen und an der römischen Inquisition. Unabhängig von den vielleicht manchmal nachvollziehbaren historischen Gründen für die Mitwirkung erkennen wir heute die verheerenden Folgen dieses Tuns unserer Brüder. Wir empfinden dies als ein dunkles und bedrückendes Kapitel unserer Geschichte. Dies gilt in gleicher Weise für die nachgewiesene Beteiligung des deutschen Dominikaners Heinrich Institoris an der Hexenverfolgung. Durch das Verfassen des "Hexenhammers" (Malleus Maleficarum) unterstützte und förderte er die menschenverachtende Praxis der Hexenverfolgung. Folter, Verstümmelung und Tötung haben unendliches Leid über zahllose Menschen gebracht; deutsche Dominikaner haben dazu, neben anderen, die Voraussetzung geschaffen. Die Geschichte dieser Opfer ? namenlos und vergessen ? können wir nicht ungeschehen machen. Wiedergutmachung ist unmöglich. Uns bleibt die Verpflichtung zur Erinnerung. Wir wissen, dass der Geist von Inquisition und Hexenverfolgung - Diskriminierung, Ausgrenzung und Vernichtung Andersdenkender - auch heute latent oder offen in Kirche und Gesellschaft, unter Christen und Nicht-Christen lebendig ist. Dem entgegenzutreten und sich für eine umfassende Respektierung der Rechte aller Menschen einzusetzen, ist unsere Verpflichtung, die wir Dominikaner den Opfern von Inquisition und Hexenverfolgung schulden. Das Provinzkapitel fordert alle Brüder unserer Provinz auf, unsere dominikanische Beteiligung an Inquisition und Hexenverfolgung zum Thema in Predigt und Verkündigung zu machen."

aus Wikipedia

Vatikan: Die Vergebungsbitten Johannes Pauls II.

Papst Johannes Paul II. hat das Bedauern über die "schmerzenden Erinnerungen", die die Geschichte der innerchristlichen Spaltungen begleiten, nicht einfach nur wiederholt. Er ist über die Erklärungen seines Vorgängers Pauls VI. wie auch des II. Vatikanischen Konzils hinausgegangen
(18) und hat die Vergebungsbitte auf eine Vielzahl von historischen Vorgängen ausgedehnt, in die die Kirche oder einzelne Gruppen von Christen - freilich in jeweils spezifischer rechtlich-politischer Kompetenz - involviert waren
(19). In dem Apostolischen Schreiben Tertio Millennio Adveniente
(20) kündigte der Papst an, dass das Jubiläum des Jahres 2000 die Gelegenheit biete zu einer "Reinigung des Gedächtnisses" der Kirche "von allen Denk und Handlungsweisen, die im Verlauf des vergangenen Millenniums geradezu Formen eines Gegenzeugnisses und Skandals darstellten"
(21). Die Kirche ist eingeladen, "sich stärker der Schuld ihrer Söhne und Töchter bewusst zu werden". "Die Heilige Pforte des Jubeljahres 2000 wird in symbolischer Hinsicht größer sein müssen als die vorhergehenden." Darum kann sie "die Schwelle des neuen Jahrtausends nicht überschreiten, ohne ihre Kinder dazu anzuhalten, sich durch Reue von Irrungen, Treulosigkeiten, Inkonsequenzen und Verspätungen zu reinigen"
(22). Auch an die Verantwortlichkeit der Christen für die Übel unserer Zeit wird erinnert
(23), wenngleich der Akzent vornehmlich auf der Solidarität der Kirche von heute mit den Fehlhaltungen von gestern liegt, wovon schon die Rede war, wobei etwa an die Spaltung der Christenheit zu denken ist
(24) oder an "die Methoden der Intoleranz oder sogar der Gewalt"
(25), die für die Verkündigung des Evangeliums herangezogen wurden.  Fördern möchte der Papst auch eine theologische Vertiefung dieser bewussten Annahme des historischen Versagens und der möglichen Bitte um Vergebung gegenüber den Zeitgenossenz
(26). Im Apostolischen Schreiben Reconciliatio et Paenitentia bekräftigt er den Glauben, dass im Sakrament der Buße "der Sünder sich mit seiner Schuld allein vor Gott gestellt sieht, seiner Reue und seinem Heilsvertrauen. Keiner kann an dessen Stelle oder in seinem Namen um Vergebung bitten." Die Sünde ist daher immer der Person eigen, wenn sie auch die ganze Kirche verletzt und beeinträchtigt, die, vergegenwärtigt durch den Priester als Diener des Bußsakraments, die sakramentale Vermittlerin der Versöhnungsgnade mit Gott ist
(27).  Auch die Situationen, die innerhalb einer menschlichen Gemeinschaft durch Verletzung der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Friedens die "soziale Sünde" bedingen, "sind immer Frucht, Verknotungen und Zusammenballung von persönlichen Sünden". So sehr sich oft auch die moralische Verantwortung in anonymen Ursachen fast aufzulösen scheint, so sehr muss man dagegen betonen, dass von sozialer Sünde nur in einem analogen Sinn die Rede sein kann(28). Daraus ergibt sich die Einsicht, dass Schuld im eigentlichen Sinne des Wortes den Personen nicht angerechnet werden kann, die nicht freiwillig in Tat, Unterlassung oder Fahrlässigkeit dem schuldhaften Tun zugestimmt haben. 

Entnommen aus:
http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/cti_documents/rc_con_cfaith_doc_20000307_memory-reconc-itc_ge.html