Dein eigener Glaube

Letzte Änderung: 11.07.2018

Dein eigener Glauben

Religionen zersplittern, Sekten entstehen, entwickeln sich zu Religionen und manchmal wird auch eine Firma zu einer Religion.
Die Welt der Religionen und der Glaubensrichtungen ist so unübersichtlich und vielfältig wie die Menschheit selbst. Das ist gut so, denn es bedeutet, dass jeder an das glauben kann, was er will - prinzipiell zumindest.

Und wenn es noch keinen Glauben gibt, dem man sich anschließen kann, dann macht man sich halt seine eigenen Gedanken.
Wenn man es für den einzig wahren Glauben hält, dass der wilde Wutz die Welt während einer dreitägigen Raucherpause aus dem Bauchnabel gepult hat, dann glaubt man eben daran. Das ist in Ordnung, solange man niemandem damit auf die Nerven geht.

Ich möchte Dich ermutigen, Dich selbst zu erforschen. Menschen sind so unterschiedlich, dass es fast unmöglich ist, einer existierenden Religion in allen Punkten zuzustimmen - und das ehrlich zu meinen.
Auch bei lebenslanger Gehirnwäsche, irgendwann entwickelt sich zwangsläufig eine eigene Meinung zu dem einen oder anderen Thema - außer natürlich bei kompletten Vollidioten. Und wenn sich eine solche eigene Meinung erst gebildet hat, dann wird man sie so schnell nicht mehr los - im positiven Sinne. Im Grunde hast Du dann schon Deinen eigenen Glaubensinhalt geschaffen.

Wenn Du bislang alle Religionen abgelehnt hast, weil Du Dich mit keiner identifizieren konntest, dann hast Du beste Voraussetzungen, etwas eigenes zu schaffen. Oder komplett drauf zu verzichten.

Ist Glaube eine ernste Sache?

Nein.

Glaube dient dazu, das zu erklären, was man mit Vernunft nicht erklären kann. Seien es Zusammenhänge, die nicht da sind oder für die es keine offensichtliche Erklärung gibt. Oder sei es eine Erklärung dafür, dass alles ist und nicht nichts.

Dabei sollte man nicht den - nur allzu oft gemachten - Fehler machen und den Glauben zu ernst nehmen. Ich kenne Menschen, die ernsthaft davon überzeugt sind, dass ein unsichtbares Wesen vor 6000 Jahren die Welt in wenigen Tagen aus dem Nichts erschaffen hat. Diese Menschen lehnen alles ab, was ihrer Geschichte widerspricht und leugnen jeden Beweis für das tatsächliche Alter der Erde, die Evolution, die Entstehung der Kultur, einfach alles. Diese Leute stellen eine Geschichte aus der Bronzezeit über Fakten und das finde ich sehr traurig.

Die Frage nach dem Warum führt hier zu weit.
Ich will nur betonen, dass ein Glaube, der der wirklichen Welt widerspricht, seine Glaubwürdigkeit verloren hat. Egal, welche Windungen gemacht werden, um den Glauben mit dem Beobachteten in Einklang zu bringen.
Und weil es keine einzige Religion gibt, die die Welt wirklich erklärt, wie sie ist, sollte man auch keinen Glauben zu ernst nehmen.

Der Weg zur Religion

Und wenn man so sehr davon überzeugt ist, dass man allen anderen auch diese Wahrheit offenbaren möchte, dann sollte eine Religion gegründet werden.
Das heißt, dass der eigene Glaube in eine feste Form gebracht wird, statt nur als veränderliche Idee im Kopf herumzuschwirren.