Kelten

Letzte Änderung: 14.06.2018

Das keltische Heidentum

Ausbreitungsgebiete keltischer Volksstämme um 200v.u.Z.

Leider gibt es nicht viele schriftliche Überlieferungen über die keltische Religion. Die Druiden (keltische Religionsführer) legten großen Wert darauf, dass die Lehren mündlich weitergegeben wurden. Wie Julius Cäsar in seinem Gallischen Krieg beschreibt nutzen die Kelten die Schrift nur für private und öffentliche Angelegenheiten, Glaubensdinge wurden nicht der Schrift anvertraut.

So sind wir leider auf antike Autoren und archäologische Funde angewiesen. 
Julius Cäsar und Tacitus jedenfalls bescheinigten den Kelten eine tiefe Religiösität. Die zentrale Rolle im keltischen Glauben nahmen die Druiden ein, sie waren viel mehr als nur Priester, gleichzeitig wurden sie bei Streitigkeiten als Richter herangezogen und hatten auch großen Einfluß auf die Politik. Der Druide an sich wurde auch wegen seiner Ausbildungszeit von insgesamt 20 Jahren als ungemein weise angesehen, auch von Nicht-Kelten. So stellten antike Gelehrte, die sich mit dem Thema beschäftigten, die Druiden auf eine Stufe mit den Pythagoreern, den Anhängern des griechischen Philosophen Pythagoras (ja, der mit a²+b²=c², aber er hat noch weit mehr geschrieben als das).
An Gottheiten ist das keltische Heidentum reich, so sind mindestens 374 keltische Götternamen überliefert. Die Bezeichung und Aussprache variiert außerdem von Stamm zu Stamm, was eine Zusammenfassung erschwert.

Die wichtigsten waren der Göttervater Teutates, der auch Stammes- und Totengott ist. Neben ihm steht Rigantona, die Mutter Erde, sie hat großen Einfluss auf das keltische Leben und gibt den Druiden ihre Weisheit. Sie erscheint häufig als weiße Frau oder auf einem weißen Pferd. 
Und da wir grad von der Mutter Erde sprechen sei noch Cernunnos erwähnt, der für die Heiligkeit der freien Natur steht.
Taranis, der "Donnerer", ist der sogenannte Radgott auf keltischen Altären, also für den Jahreskreis zuständig. Weiters will ich noch Esus, den Fruchbarkeitsgott nennen, der meist als Bauer dargestellt wird.

Die keltischen und germanischen Praktiken und Gottheiten haben weit mehr als nur ein paar Ähnlichkeiten. Viel mehr ist es so, dass es "den keltischen Glauben" oder "das gemanische Heidentum" nicht gibt.
Die Überlieferungen und Praktiken unterscheiden sich von Stamm zu Stamm, von Ortschaft zu Ortschaft. Je weiter die Orte auseinander sind, desto mehr unterscheiden sich die Geschichten. So hatte man eigentlich einen Glauben mit gemeinsamen Wurzeln, der sich über ganz Europa in einem mehr oder weniger gleichmäßigen Übergang vom Westen zum Osten und vom Norden zum Süden verteilte. 

Erst die Römer haben eine klare Trennlinie gezogen und haben alles westlich vom Rhein "Kelten" genannt und alles östlich davon "Germanen". Diese Trennlinie existiert eigentlich nicht. Kelten und Germanen, die direkt nebeneinander lebten hatten mehr Gemeinsamkeiten als Kelten im Osten mit Kelten im Westen.
Heute hat sich eine deutliche Trennung zwischen Kelten und Germanen eingebürgert. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir annehmen, alle Kelten hätten den selben Glaubensinhalt und alle Germanen hätten einen anderen, ebenso gleichförmigen Glaubensinhalt. In der Praxis ist das eine hilfreiche, wenn auch falsche Annahme.