Kraftorte

Letzte Änderung: 11.07.2018

Jeder Glaube kennt Orte, zu denen die Gläubigen gehen können. Manche um dort zu beten, manche um sich zu besinnen und andere um ihren Glauben zu erfahren.
Christen haben Kirchen, Griechen hatten Tempel und Naturreligionen bestimmte Plätze in der Natur.
Der heidnische Glaube ist eine Naturreligion und entsprechend gibt es eben solche Plätze in der Natur, das sind die sogenannten Kraftplätze.
Um manche ranken sich Legenden, manche sind unbekannt. Einige sind inzwischen Touristenattraktionen, andere werden nur von wenigen Menschen oder gar nur von einer Person besucht. Aber alle haben etwas gemein, nämlich die Kraft die von ihnen ausgeht.
Und diese Kraft kann jeder spüren, egal welcher Konfession er angehört. Wo diese Kraft herkommt ist strittig. Die einen sagen, sie strömt aus der Erde weil sich an dieser Stelle mehrere Ley-Linien kreuzen.
Andere sagen, sie kommen vom kleinen Volk, das sich an diesen Plätzen tummelt. Und viele ";Aufgeklärte" sagen, die Energie sei eingebildet, weil der Platz einfach total schön ist. Die letzte Erklärung mag auf so manchen Ort zutreffen, aber gewiß nicht auf alle.
Und daß die Energie vom kleinen Volk stammt mag stimmen, aber warum tummeln sie sich denn gerade an diesen Orten und warum gehen sie nicht, wenn so viele unachtsame Menschen auf diesen Plätzen rumtrampeln?
Viele Fragen, ich persönlich glaube an die geomantische These mit den Linien, die sich an solchen Punkten kreuzen, aber es gibt noch sehr viele unbeantwortete Fragen.

Wollen wir uns lieber mit beantworteten Fragen beschäftigen und diese Plätze genießen wo sie sind, warum auch immer sie eben da sind.
Es gibt viele verschiedene Arten von Kraftplätzen. Man kann sie unterteilen in Waldstücke (z.B. den Ruser Steinbusch), Felsformationen (z.B. der Druidenhain), Seen , Moore (z.B. das Thorsmoor) Quellen (z.B. Sudelfels) oder großen Steinen (z.B. die Schalensteine im Brennerberg).
Aber all diese Unterteilerei trifft nicht den Kern der Sache, denn der ist, was man auf diesen Plätzen fühlt und das muß nicht für jeden das gleiche sein. So war ich zum Beispiel mit befreundeten Hexen in einem Waldstück, wo viele "etwas" gespürt haben, ich aber nicht.
Und andersrum.
Es ist schwierig zu erklären, was man da spürt. Man muß es selbst erleben, ich kann es nur beschreiben als "Ich fühle mich der Göttin so nahe wie an keinem anderen Platz". Solch ein Gefühl kann keine Kirche und kein Menschenwerk der Welt hervorrufen, denn diese Energie kommt von der Erde selbst (gemäß der ersten These).
Auf jeden Fall ist es ein Gefühl, daß jeder Naturreligiös interessierte kennen sollte, denn es wird sich etwas ändern wenn man seinen Kraftplatz findet.
Und da sind wir auch schon bei der ersten beantworteten Frage: Wie finde ich einen Kraftplatz?
Die einfachste Möglichkeit ist, man schlägt ein entsprechendes Buch auf und sucht sich die Adresse eines nahe gelegenen Kraftplatzes. Dann fährt man hin und sieht ob man hier erfährt, was ich meine. Diese Methode hat den Vorteil, daß man sicher einen etablierten Platz findet. Aber den Nachteil, daß ihn viele andere auch finden.
Und damit haben wir schon ein Problem, denn nicht jeder behandelt einen solchen Platz mit dem gleichen Respekt wie Du. Viele trampeln herum, brechen Pflanzen ab, lassen ihre Hunde frei rumlaufen, die dann überall hin scheißen. Kinder toben und lärmen herum und verjagen alles, was da an Heiligkeit ist.
Wenn ich sowas sehe könnte ich schon hin und wieder durchdrehen: man stelle sich vor, ich würde einen Hund in der Kirche loslassen und zwischen die Bänke pissen.
Oder meine Kinder (so ich welche hätte) würden einfach im Hauptschiff rumtoben und ich stecke die Opferkerzen ein oder schmiere an der Wand rum.
Wenn Du jetzt denkst, das wäre etwas anderes, dann muß ich Dich fragen: Warum?
Es wäre kein Unterschied.
Also bitte, behandle solch einen Platz mit Respekt, er ist heilig.

Die zweite Methode, einen Platz zu finden ist die, nach Deinem ganz persönlichen Platz zu suchen. Diese Methode ist sicherlich aufwendiger aber es lohnt sich. Gehe einfach in der Natur Deiner Umgebung rum und halte Deinen Geist frei. Ich bin mir sicher, Du wirst einen Platz finden der Dich anzieht. Warum er Dich anzieht spielt erstmal keine Rolle. Die Hauptsache ist, Du fühlst Dich hier wohl.
Dies ist nun Dein Ort, um Rituale auszuführen (Vorsicht mit Kerzen in der Nacht. Sie können leicht für einen Brand gehalten werden und die Feuerwehr rückt an. Ich weiß, wovon ich spreche ;) ).
Dies ist der richtige Ort für Meditationen, Gebete und um die Göttin zu spüren und von ihr zu lernen.
Solch ein Ort muß nicht irgendwie besonders aussehen, es muß keine tolle Quelle sein oder ein ganz toller See. Meistens genügt ein Stückchen im Wald, das aus unerfindlichen Gründen eine große Anziehung auf Dich ausübt. Verlass Dich auf Dein Gefühl, es leitet Dich.
Unterstützend kannst Du vor der Suche auf eine Karte Deiner Umgebung schauen. Vielleicht gibt es eine Ecke, die aus der Vogelperspektive besonders geformt ist oder in der Nähe eines Dir wichtigen Platzes.
Ich habe meinen ganz persönlichen Kraftplatz auf diese Weise gefunden, es ist in einem Waldstück direkt an der Ostseeküste nahe Kiel. Das Wasser ist nicht zu sehen, aber man kann es riechen. Der Platz ist etwas schwer zu erreichen und der Bauer wäre sicher nicht glücklich, würde er mich über seinen Acker gehen sehen (Natürlich an der Kante, aber trotzdem ...). Aber der Platz ist mir jede Mühsal wert. Es kann übrigens auch sein, daß Du feststellst, daß Du Dich in einer Kirche besonders wohl fühlst, obwohl Du den Glauben ablehnst. Das muß Dich nicht wundern, denn viele Kirchen wurden tatsächlich auf alten heidnischen Kultplätzen errichtet. Teils aus politischem Kalkül, teils weil der Ort tatsächlich etwas Anziehendes hat.
Wenn Du feststellst, dass Du Dich in einer bestimmten Kirche besonders wohl fühlst, dann solltest Du keine Hemmungen haben, diesen Ort auch zu nutzen. Natürlich mit Bedacht, denn ein großes Pentagramritual könnte das Misstrauen des Pfarrers/Priesters erregen.
Aber gegen ein Gebet an die Göttin hat niemand etwas. Und wenn doch, dann denk nochmal daran, wie viele Christen und Muggels mit den bekannten heidnischen Kraftplätzen umgehen.

Vor einiger Zeit habe ich erfahren, welch großartiger Kraftplatz eine komplette Hallig ist. Sollte ich etwas Großes vorhaben (Heiraten oder sowas), dann ist das der Ort meiner Wahl.