Visualisierung

Letzte Änderung: 16.07.2018

Was geht?

Visualisieren kann jeder - eigentlich. Es ist reine Übungssache.

Vielleicht hilft es, wenn ich ein Geheimnis verrate, das keins ist: Deine Augen sehen überhaupt nichts.
Ja, klar, sie empfangen Licht, wandeln es um und senden es zum Gehirn. Aber wirklich sehen tut erst das Gehirn, genauer gesagt das Bewusstsein und natürlich das Unterbewusstsein. Erst im Gehirn werden die Signale des Auges in zusammenhängende Bilder umgesetzt, erst hier kann man Gesichter erkennen und eine Landkarte zusammensetzen.
Vielleicht hast Du schon von Menschen gehört, die Farben schmecken oder Töne sehen. Noch weiß niemand genau, wie das vonstatten geht. Anscheinend ist irgendwas falsch "verkabelt". Aber schon die Tatsache dass es so etwas gibt zeigt uns, dass wir unsere Sinne direkt beeinflussen können. Wenn es möglich ist, dass die Signale von einem Sinnesorgan durch ein anderes Zentrum im Gehirn verarbeitet werden, dann kann man die Zentren auch direkt durch das Bewusstsein reizen und Bilder "hineinsenden".
Dass man das kann, können neben mir sehr viele Menschen bestätigen und es ist noch nicht mal wirklich schwer, allerdings ist es eine Geduldsprobe. Erwarte keine Wunder, bei mir hat es Monate gedauert bis ich zumindest schemenhaft etwas gesehen habe. Und ich bin noch lange nicht da angelangt, dass ich meine, es anfassen zu können. Aber möglich ist es.

Wie geht's?

Wie lernt aber nun das Visualisieren? Durch üben, üben, üben ;)
Viele sagen, man soll mit einfachen Figuren anfangen, wie Würfel, Kugeln und so. Ich sehe das anders: Einfache Objekte sind zu abstrakt, zu fern von der Erfahrung und bieten dem Geist nicht genügend Spielmöglichkeiten.
Ich denke, man sollte mit Dingen anfangen, die man aus dem normalen Leben kennt. Ich finde einen Baum ein optimales Übungsbild. Du kannst aber auch eine Landschaft, ein Gesicht oder sonstwas Organisches nehmen. Gehe erstmal zu einem echten Baum (oder was auch immer) und schau ihn Dir genau an, weniger mit Deinem analytischen Blick sondern mehr so, als wolltest Du diesen Baum in Dir aufnehmen und zu Hause verwenden. Denn genau das willst Du nämlich auch.
Nun gehst Du nach Hause oder bleibst direkt dort wo Du bist. Ob Du die Augen schließt oder nicht bleibt Dir selbst überlassen. Bei den einen klappt's mit geschlossenen Augen besser, bei den anderen mit offenen. Nun stellst Du Dir vor, wie der Baum im Ganzen aussieht, grob und ohne viele Details und wenn Du ihn in Deiner Vorstellung hast (Du musst ihn noch nicht sehen aber eine Vorstellung davon haben wie er aussieht), dann fährst Du mit der inneren Kamera etwas dichter und bemerkst immer mehr Details, Zweige, Blätter, eine Raupe. Noch siehst Du es nicht, aber Du hast eine Vorstellung.

Diese Übung kannst Du überall machen, es ist nicht auffällig, außer daß Du etwas abwesend bist. Und irgendwann wirst Du bemerken, daß Du den Baum wirklich siehst. Erst eher schemenhaft, dann immer deutlicher. Und schließlich bist Du so weit, daß Du meinst, ihn anfassen zu können.
Wenn Du soweit bist, dann kannst Du endlich sagen "Ich kann visualisieren".
Aber sei vorbereitet: Es ist für die meisten ein sehr langer Weg.