Futhark

Letzte Änderung: 11.07.2018

Das Futhark, der Name ist wie beim Alphabet aus den ersten Zeichen aufgebaut: Fehu, Uruz, Thurisaz, Ansuz, Raido und Kaun. An dieser Stelle will ich die einzelnen Zeichen darstellen und deren Verbindung zur Welt aufzeigen. Wie schon gesagt sind die Runen eine Art Metasprache, mit der die Welt im Einzelnen beschrieben werden kann.
Daher sind die einzelnen Runen auch mit Aspekten der Welt verwoben. Einige Runen sind mit scheinbar widersprechenden Dingen verknüpft. Diese Verknüpfungen stammen aus unterschiedlichen Geisteshaltungen. Ich habe mich bemüht, hier nur Dinge zusammenzutragen, die auch meiner Erfahrung in der Runenarbeit entspricht. Dass sich da manches widerspricht lässt sich schwer vermeiden.
Ob Du diese Informationen für eine Binderune oder für einen Heilungszauber verwendest oder ob Du mit den Runen ein Orakel wirfst: denk immer daran, dass Deine eigenen Erfahrungen letztlich zählen.
Diese Übersicht kann nichts anderes als ein kurzer oberflächlicher Einblick sein. Wenn Du die Runen wirklich begreifen willst, dann musst Du mit ihnen arbeiten, denn die Bedeutungen erschließen sich für jeden anders. Ich kann gar nicht genug betonen, dass es nicht genügt, ein paar Bücher oder Homepages zu lesen.

Erlebe die Runen.

Das Futhark ist in drei Geschlechter mit je acht Runen aufgeteilt. Diese sind Freyas (Fehu - Wunna), Hagalaz' (Hagalaz - Sowelu) und Tyrs (Tyr - Othil) Geschlecht.
Freyas Runen stehen für Belohnungen und Entwicklungen.
Hagalaz' Runen deuten auf Schwierigkeiten und Chancen hin.
Die Runen Tyrs bedeuten Erleuchtung und Errungenschaften.
Auf diese Betrachtungen gehe ich aber nicht weiter ein. Außerdem findest Du hier auch einige alternative Bezeichnungen und Darstellungen. Diese haben den rein praktischen Zweck der Aufklärung, falls in anderer Quelle von anderen Runennamen die Rede ist.
Ach, da fällt mir grad noch was ein, was gerne immer wieder vergessen wird: Diese Seiten drehen sich ums elder futhark, ältere Futhark oder Ältestenfuthark. Dies ist das heute am weitesten verbreitete Futhark, aber bei weitem nicht das einzige. So gibt es das jüngere Futhark (kürzer als dieses) das angelsächsische Futhark (eigentlich Futhork, weil an die Stelle des Lautwertes A ein O getreten ist, dieses ist erweitert, um auch Umlaute darstellen zu können), das grönlandische oder das Rök-Futhark und einige mehr. Auf Mittelaltermärkten begegnet einem manchmal eine moderne Spielform des Futhark. Es enthält "Runen", die im elder Futhark nicht bekannt sind, um moderne Laute wie ch, z, Umlaute oder ganze Silben darstellen zu können. Natürlich ist es Deine Sache, ob Du solche Anwandlungen aus Praktikabilität akzeptierst. Einerseits sind diese Runen nicht "original" aber schließlich ändert ja auch die benutzte Sprache, warum also nicht auch die Zeichen. Solange das System in sich schlüssig ist, passt es.

Mein Raster-System

Wer, so wie ich, Dinge besser begreift, wenn sie in einem übergeordneten System eingefasst sind, dem will ich hier mein System vorstellen. Dieses System habe ich dank eines Anstoßes durch ein anderes System erweitert, das ich weiter unten vorstelle. Ein Handicap beider Systeme ist natürlich, dass nirgends Runen mit solchen Proportionen gefunden wurden und die Erklärung, dass die Darstellung der Runen an die Proportionen des römischen Alphabets angepasst wurde hat keine Beweise. Dennoch verwende ich dieses System zur Darstellung der Runen, weil es mir gute Dienste geleistet hat. Du musst diese Darstellung ja nicht übernehmen.
Ich ordne die Runen in ein hexagonales Raster ein, mit dem die Darstellung jeder Rune möglich ist und die darüber hinaus neue Betrachtungen zulässt und Zusammenhänge zeigt. Dieses Raster ist aufgeteilt in drei Bereiche: den Kopf, die Mitte und den Fuss. Diese Bereiche lassen sich wiederum Asgard (oben), Midgard (mittig) und Udgard (unten) zuordnen. Wer will, der kann auch Links und Recht gegensätzlichen Aspekten zuordnen, zum Beispiel bewusst/unbewusst, männlich/weiblich, Freiwilligkeit/Zwang, hell/dunkel, etc.
In dieses Raster lässt sich jede Rune einbinden, wenn auch Hagalaz und Gera ein wenig Kreativität erfordern ;)
Das besondere an diesem System ist nun, dass sich hier Zusammenhänge zeigen und dass die Runen in diesem Raster weitere Ausdrucksmöglichkeiten bieten. Damit ist dieses System besonders beim Binden von <link />Bindrunen hilfreich. Je nachdem, wo im Raster eine Rune angeordnet ist, trifft sie noch mehr Aussagen als die reine Bedeutung. Einige Runen lassen sich gar nur an bestimmten Stellen positionieren oder decken immer verschiedene Aspekte ab. Nehmen wir zum Beispiel Algiz. Sie lässt sich als Baum darstellen, der seine Wurzeln in Midgard oder gar in Hel schlägt und seine Krone kann bis nach Asgard reichen (muss es aber nicht). Die breiten Arme trennen die Welten voneinander und so kann sie als Schutz vor allerlei Unbill betrachtet werden. Kaun mit seiner einfachen Form lässt sich sehr flexibel an verschiedenen Orten platzieren und kann daher als "Sehen und Erkennen" verschiedenster Dinge gesehen werden.
Wem das noch nicht reicht, der kann die Runen auch problemlos drehen und spiegeln, was deren Bedeutungen erheblich erweitern. Ich hoffe, Dich mit diesen Anstößen zu eigenen Experimenten inspirieren zu können. Deine eigenen Erfahrungen sind immer tausendmal mehr wert als alle gelesenen Bücher und Webseiten. Entgegen vorigen Darstellungen der einzelnen Runen habe ich übrigens jetzt auf das Raster verzichtet, da ich keine Einschränkungen machen will.

Bienenwabe

Samhein 2010 habe ich von einem Freund ein interessantes System kennengelernt, mit dem sich die Runen des Futhark ebenfalls gut einordnen lassen. Ursprünglich stammt es von M. Leitner.
Es ist meinem vorgestellten System ähnlich (ein Sechseck scheint naheliegend), bietet aber noch weitere Möglichkeiten. Deshalb habe ich mein System auf Basis dieser Inspiration erweitert, vielen Dank an dieser Stelle dafür. Dieses Raster basiert, wie gesagt, auch auf einem Hexagon, in das die Runen eingepasst werden können. Die Gera-Rune lässt sich hier problemlos einbinden. Auch hier deutet der Ort, an dem eine Rune platziert wird, auf deren Bedeutung innerhalb des Weltensystems hin. Es lassen sich die Welten Asgard, Midgard und Hel einbinden und auch links/recht-Dualität kann berücksichtigt werden.

Beispiel Algiz

Hier sind verschiedene Möglichkeiten dargestellt, Algiz in diesen beiden Rastern einzubinden. Die Bedeutungen der einzelnen Darstellungen bitte ich Dich, selbst zu ergründen. Acht dabei auf die Position der Rune im Raster in Bezug auf Ober- und Unterwelt sowie auf die Verhältnisse der einlzelnen Elemente (Stamm, Äste) zueinander.
Auch die Einschränkungen, denen diese Rune unterliegt sind vielsagend. So reicht die Rune immer symmetrisch in den linken und den rechten Bereich, selbst Spiegeln ändert nichts daran. Drehen lässt sich diese Rune überhaupt nicht, damit ist sie immer aufrecht.

Beispiel Kaun

In dieser Darstellung zeigt sich, wie vielseitig und flexibel die Bedeutung von Kaun sein kann. Die Bedeutungen Feuer/Licht/Erkennen/Inspiration/Temperament sind an sich schon recht vielschichtig. Die vielfachen Möglichkeiten und Beziehungen, in denen sich Kaun in das Raster einflechten lässt unterstreicht dies noch.