Sigillen

Letzte Änderung: 16.07.2018

Sigillenzauber ist eine relativ junge Disziplin, die erst im 19. Jhdt entworfen wurde. Inzwischen gehört dieser Zauber wohl zu den gängigsten und beliebtesten. Hauptsächlich wohl, weil eine Sigille einfach herzustellen ist, in jeder Situation angewendet werden kann und äußerst flexibel gehandhabt werden kann. Im Grunde genommen geht es bei einer Sigille darum, seinen Willen darzustellen und dann unkenntlich zu machen. Auf diese Weise übergibt man den Wunsch an das Unterbewusstsein bzw seinen Geistführer, Engel, Totem, etc, das dann den Wunsch in eine Tatsache verwandelt bzw. die Wahrscheinlichkeit verändert.
Eine Sigille benötigt relativ wenig Übung. Das Wichtigste und Schwierigste ist dabei, am Ende den Wunsch zu vergessen. Für mich funktioniert es am besten, wenn ich innerlich davon ausgehe, dass der Wunsch mit dem Ausführen der Sigille schon Tatsache ist. Das hält mich davon ab, weiter darüber nachzudenken.

An dieser Stelle habe ich verschiedene Sigillen dargestellt. Sie basieren auf einem ähnlichen Funktionsprinzip: Der Wunsch wird zunächst fixiert. Welche Sprache Du dabei verwendest ist unerheblich. Du kannst auf Deutsch schreiben (sehr praktisch ;) ), Englisch, Gälisch, Altisländisch oder von mir aus in Sindarin oder der dunklen Sprache Mordors.
Ebenso spielt es keine Rolle, welche Schrift Du benutzt. Es bieten sich lateinische Buchstaben an, aber es spricht auch nichts gegen Runen (siehe auch Bindrunen), arabische Schrift, Punisch, Sikh, Windings oder was auch immer Du hübsch oder passend findest. Es kommt wirklich ganz allein darauf an, was Dir gefällt. Und wer sagt denn, dass ein Zauber nicht besser funktioniert, wenn man das verwendete Material (die Schrift) auf den Wunsch oder den persönlichen Geschmack anpasst.
Ich persönlich bin mehr der praktische Typ und mache (abgesehen von Bindrunen) eine Sigille auf Deutsch in lateinischen Buchstaben.

Grundsätzlich geht das Erstellen einer Sigille wie folgt von statten: Du benötigst ein geeignetes Papier, es sollte mit dem gewählten Schreibmedium gut beschreibbar sein und gut verbrennen bzw rückstandlos verrotten. Dafür kannst Du einfaches ungebleichtes Papier nehmen, Toilettenpapier, Teebeutel, ein Stück Baumrinde, etc. Besonders praktisch sind Teebeutel, wenn Du auch planst, ein Opfer zu geben. Denn sie lassen sich recht gut beschreiben, sind abbaubar und eignen sich gut als Behältnis für das Opfer. Bitte entferne aber die Metall-Klammer, falls vorhanden.

Dann brauchst Du ein Schreibwerkzeug. Das kann ein einfacher Kugelschreiber sein, besonders tolle Tinte aus dem Esoshop (Ich benutze gerne eine Tinte auf pflanzlicher Basis, die getrocknet aussieht wie Blut), Wasserfarbe, Lippenstift oder auch Dein eigenes Blut. Es liegt mal wieder bei Dir, was Du verwendest.

Und Du benötigst zusätzlich praktisches Schreibmaterial, also einen Collegeblock und Bleistift oder sowas.

Ausführung

Wenn Du alles beisammen hast sammelst Du Deine Gedanken. Ich empfehle gerne das Ziehen eines Schutzkreises, um den Zauber zu wirken und zu schützen. Der Kreis hat einerseits die Schutzwirkung, dass es keine unerwünschten Einwirkungen von außen gibt. Zum anderen hilft das Ziehen des Kreises dabei, 'in Stimmung' zu kommen.

Nun erstellst Du auf dem Collegeblock die Sigille, so wie es im Folgenden beschrieben wird. Sobald Du sie hast schreibst bzw malst Du sie so oft, bis Dein Strich sicher ist und Du die Sigille zeichnen kannst. Du musst dabei keine Angst haben, dass Du einen Strich vergisst, denn das wirst Du nicht. Und selbst wenn: niemand kommt und gräbt die Sigille wieder aus, nur um sie nach Schreibfehlern zu untersuchen. Es geht darum, dass Du den Wunsch durch die Sigille an Dein Unterbewustsein / Engel / Totem / Ahnen / Geister weitergibst. Und das tust Du dadurch.

Nun, da Dein Strich sicher ist und Du genau weißt, was zu tun ist malst Du die Sigille auf das gute Papier, und lädst sie. Das Laden läuft bei einer Sigille anders, als z.B. bei einem Amulett. Hier geht es darum, die Sigille am Zensor vorbei ins Unterbewusstsein zu befördern. Ein Weg dazu ist, den Kopf von allen Gedanken zu befreien und dann die Sigille für ein paar Sekunden anzustarren. Dein Unbewusstes wird die Sigille begierig aufsaugen, weil sie der einzige Input ist, den sie bekommt.
Das Hauptproblem bei dieser Technik ist, den Kopf gedankenleer zu machen. Dazu eignet sich Meditation oder jede Situation, in der sich der Geist auf einen Punkt fokussiert. Zum Beispiel der Augenblick, in dem instinktive Gefühle wie Todesangst, Schmerz oder Ekstase beendet werden. Eine beliebte Technik ist, sich vor die Sigille zu stellen, tief Luft zu holen, Mund und Augen zu schließen und mit den Fingern die Ohren und Nase zu schließen. Nun wartest Du, bis Dir die Luft ausgeht, bis es nicht mehr geht. Und dann noch eine Sekunde. Dann öffnest Du alles wieder und mit dem ersten tiefen Atemzug starrst du ein paar Sekunden auf die Sigille, um dann wieder die Augen zu schließen, bis Du wieder bei Atem bist. Bei dieser Technik bist Du keinen Augenblick in Gefahr. Selbst dann nicht, wenn Du übertreibst und bewusstlos wirst. Dein Körper aber reagiert, als befände er sich in Todesgefahr und leert Deinen Kopf bis auf den Gedanken "LUFT HOLEN!". Vorsicht: Diese Technik kann bei Personen mit Lungen- und Herzproblemen zu Schwierigkeiten führen.

Dann wickelst Du damit ggf. das Opfer und/oder den persönlichen Gegenstand ein und übergibst dieses Päckchen an die Göttin.
Das Übergeben ist sicherlich nicht überraschend. Es geschieht, indem Du es verbrennst, in einem Wasserlauf forttreiben lässt bzw versenkst oder indem Du es eingräbst oder was auch immer Dir gerade einfällt. Wichtig ist, dass der Zauber an den großen Kreislauf der Natur übergeben wird. Die Art der Übergabe kann auch nach der gewünschten Wirkung gewählt werden. Willst Du, dass etwas fortgetragen wird, so lässt Du den Zauber von einem Bachlauf davon tragen. Willst Du etwas verankern, so vergräbst Du den Zauber, vielleicht sogar an dem Ort, da er wirken soll. Und so weiter.
Wenn Du einen Stillstand willst, dann ließe sich der Zauber sogar einfrieren.

Und das war's dann auch schon. Mit dem Übergeben des Wunsches an die Göttin kommt nun das Wichtigste: Vergiss Deinen Wunsch ebenso wie die Sigille. Sie ist jetzt bei der Göttin, den Geistern oder Deinem Unbewussten angekommen und arbeitet für Dich.
Wenn Du bewusst daran denkst, dass Du die Sigille gemacht hast, dann behinderst Du Dich selbst.
Aber es spricht natürlich trotzdem nichts dagegen, weiterhin aktiv an der Erfüllung des Wunsches zu arbeiten. Nur eben: Vergiss die Sigille.

Am besten funktioniert das Vergessen, wenn Du Dich mit etwas vollkommen anderem beschäftigst, dass Deine volle Aufmerksamkeit benötigt. Zum Beispiel ein Mannschaftssport, Freeclimbimg, Montainbiking oder etwas programmieren. Durch Meditation die Gedanken wieder zu vertreiben funktioniert eher schlecht, weil das Meditieren sehr ähnlich zum Ritual ist. Du brauchst aber eine komplett andere Beschäftigung.

Opfer

Wenn es Dir richtig und wichtig erscheint oder der Zauber für jemand anderen gewirkt wird, dann benötigst Du noch ein Opfer. Damit meine ich natürlich nicht, dass Du jemanden opfern sollst sondern einen Gegenstand, den Du zu geben bereit bist, damit der Zauber wirkt.
Um gleich einem Irrtum entgegen zu wirken: Keine Entität verlangt eine Form von Bezahlung, es ist vielmehr eine Manifestation Deines Willens.

Was Du opferst sollte an Deinen Wunsch angepasst und biologisch abbaubar sein. Nenn mich Ökofreak, aber ich finde, wenn man ein Opfer an die Göttin übergibt, dann sollte man dafür sorgen, dass die Natur das Opfer auch aufnehmen kann.
Außerdem sollte das Opfer tatsächlich ein Opfer sein. Das heißt, Du solltest den Verlust bemerken. Heutzutage ein bisschen Mais, Tabak oder ähnliches zu opfern empfinde ich heuchlerisch. Außer natürlich für einen starken Raucher, der gerade diesen Tabak rauchen wollte.
Auch Blut (Dein eigenes!) oder Haare sind immer wieder ein gutes Opfer.
Wenn Du diesen Zauber für jemand anders ausführst dann sollte das Opfer natürlich von der Person stammen, für die der Zauber gewirkt wird.

Aus der Geisterbeschwörung stammt noch eine weitere Technik, die ggf sehr nett sein kann. Falls man nämlich einen Geist, Gott oder Ahnen ruft, kann es hilfreich sein, einen Angewohnheit des Angerufenen zu übernehmen. Seltsamerweise dreht es sich dabei häufig um Alkohol, so kann es bei einer Anrufung Odins nicht schaden, einen kräftigen Schluck Met zu nehmen.