Runen werfen

Letzte Änderung: 13.07.2018

Mein Lieblingsorakel, das Runenwerfen.
Das muß natürlich nicht heißen, daß auch Du es am liebsten machst. Wenn Du schon immer mit Tarot oder I-Ging gute Erfahrungen gemacht hast, dann bleib ruhig dabei. Aber es schadet nichts, auch andere Systeme kennenzulernen.
Es gibt, wie immer, verschiedene Möglichkeiten. Ich beschreibe hier wie ich es mache, will aber auch Alternativen zeigen. Am besten ist es eh, wenn Du Dein eigenes System entwickelst.
Wenn ich mehr vorhabe oder ein großes Ritual draus machen will, dann verwende ich eine Runendecke zum Werfen. Wenn ich nur mal eben was nachschauen will, dann lasse ich die Decke weg, das geht auch ganz gut.
Gehen wir mal davon aus, daß wir mehr vorhaben und verwenden die Runendecke. Meine ist etwa 120*80cm groß und ist auf einer Seite mit Wunna, Othil, Kaun und Hagalaz bemalt (ich wollte es ursprünglich aufsticken, aber dafür habe ich anscheinend kein Talent ;) ).
Runen mit entgegengesetzter Bedeutung stehen sich gegenüber. Sich ergänzende Runen stehen im rechten Winkel.
Der Punkt in der Mitte steht für den Fragenden oder die Situation. Mir ist es mit diesem System nicht möglich, Zeiten vorherzusagen, wohl aber Intensitäten und zeitliche Abfolgen. Wie es sich dagegen bei Dir verhält ist eine ganz andere Sache. Eine Freundin kann zum Beispiel aus einem ganz ähnlichen System sehr gut Zeiten ablesen. So hat jeder Werfer seine eigenen Stärken. Und vielleicht lerne ich das mit der Zeit ja auch noch.

Wenn ich also die Decke ausgebreitet habe (Ich achte dabei nicht auf Himmelsrichtungen) stelle ich mich aufrecht auf die Fußseite und stecke eine Hand in den Runenbeutel.
Dabei rufe ich Odin an, dass er mich führen möge und mir Zeichen gibt. Daraufhin greif ich in die Runen im Beutel, die ich vorher durchgeschüttelt habe. Wieviele und welche Runen ich dabei greife überlasse ich Odin, meist sind es zwischen vier und acht.
Ich ziehe die Hand heraus und lasse den Beutel auf den Boden gleiten. Dann halte ich die Runen mit beiden Händen zur Sonne und rufe ein weiteres Mal Odin an, um sie dann etwa aus Hüfthöhe möglichst mittig auf die Decke fallen zu lassen.
Wegen der Höhe empfiehlt es sich, die Decke weich und dick zu machen (meine besteht aus vier Lagen Samt) und sie auf einen weichen Untergrund zu legen.

Lesen

Einige der Runen fallen oder rollen neben die Decke. Die kannst Du so interpretieren, daß sie auf keinen Fall etwas mit der Situation zu tun haben. Oder auch die Bahn, die sie nehmen, in Deine Interpretation einbeziehen.
Die anderen Runen liegen nun also auf der Decke. Nun empfiehlt es sich, von einer erhöhten Position einen Überblick zu bekommen und erste Hinweise zu suchen.
Ich halte dabei immer ein "Ohr" offen für Eingebungen, daß ich etwas sehe, wie die Runen zu lesen sind. Manchmal sehe ich dann ein weiteres Zeichen (vielleicht sogar eine Rune), welches durch die Runen gezeichnet wird. Manchmal ist ein linearer Ablauf zu sehen, manchmal liegen die Runen auch in kleinen Gruppen weit verteilt. Manchmal siehst Du auch etwas ganz anderes, etwa einen Ablauf, der durch etwas durchkreuzt wird.
Es kommt einzig auf den ersten Eindruck an. Wenn Du den gewonnen hast kannst Du dich neben die Decke setzen und in Ruhe auf  Basis des ersten Eindrucks die Runen interpretieren.

Linien sind meist zeitliche Abläufe, wenn die Runen in Gruppen liegen, dann stehen die jeweiligen Gruppen meist für ein Element der Situation.
Dabei schaust Du, welche Rune oder Runengruppe in der Nähe welchen Symbols liegengeblieben ist. Je dichter sie am Punkt in der Mitte liegen, desto mehr bezieht sich die Aussage auf die Person, je weiter sie zu den aufgezeichneten Symbolen tendiert, desto weiter ist die Situation vom Fragenden entfernt.
Die Beziehungen zwischen den Runen erspürst Du und triffst Deine Aussage. Viel mehr Rat kann ich Dir dazu nicht geben, weil der ganze Ablauf absolut intuitiv ist. Laß Dir Zeit, manchmal dauert es ein wenig, bis sich ein Bild zeigt. Wenn Du etwas absolut nicht sehen kannst, dann sprich mit dem Fragenden.
Sag ihm, welche allgemeine Bedeutung die fragliche Rune an ihrer Position und in der Beziehung zu den umliegenden hat, vielleicht hat er ja eine Idee, denn er kennt seine Situation besser als Du.
Hab keine Scheu nachzufragen. Schließlich ist es kein Test, den Du bestehen sollst, sondern der Betreffende bittet um Rat.

Eine mögliche Störung
Ein zeitlicher Ablauf
Eine Rune
Ein Ei (Beginn/Schöpfung) oder ein Kreislauf
Ein Pentagram