Spiegel / Kugel

Letzte Änderung: 12.07.2018

Beim Spiegel und der Kugel handelt es sich im Grunde genommen um die gleichen Techniken und das gleiche Funktionsprinzip, nämlich die Konzentrationshilfe.
Das heißt mit diesen beiden Techniken kannst Du Dein Tagesbewusstsein durcheinander bringen und einen Zugang zum Unbewussten schaffen.
Das Wichtigste bei diesen Techniken ist Geduld. Wenn Du schnelle Ergebnisse erwartest wirst Du Dich vermutlich enttäuscht abwenden, denn man braucht schon einiges an Erfahrung, um diese Technik erfolgreich anzuwenden. Außerdem eine gewisse Unerschrockenheit. Denn speziell bei der Spiegelsicht kann es manchmal etwas gruselig werden.

Spiegelsicht

Eine Spiegelsicht verwendet man, um sich mit sich selbst zu unterhalten.
Hast Du zum Beispiel ein Problem mit einer Facette Deiner Persönlichkeit, dann kannst Du mit der Spiegelsicht eben diesen Teil deines Selbst herbeirufen. Oder Du willst eine Facette weiterentwickeln oder vielleicht kommst Du auch mit einer bestimmten Situation nicht zurecht. Dann kann es hilfreich sein, ehrlich in den Spiegel zu schauen und sich dem unerbittlichen Selbst zu stellen.

Das geht so: Du benötigst einen Spiegel, nicht zu groß, nicht zu klein. Ein großer Handspiegel hat genau die richtige Größe. Diesen Spiegel solltest Du nur zu diesem einen Zweck verwenden. Wenn Du ihn grad nicht brauchst solltest Du ihn mit einem Tuch abdecken und beim Altar aufbewahren.
Nun willst Du ja aber dieses Ritual machen, also holst Du den Spiegel heraus. Du machst einen Schutzkreis, um sicher zu sein, dass keine Einflüsse von außen auf Dich einwirken.
Du befindest Dich in einem abgedunkelten Raum. Du stellst den Spiegel so auf, dass Du bequem im aufrechten Sitz hineinschauen kannst, ohne Dich verdrehen zu müssen oder den Kopf zu neigen. Er muss fest stehen, nicht in der Hand halten.
Rechts und links neben den Spiegel stellst Du jeweils eine Kerze, die sich weder im Spiegel spiegeln noch Dich blenden dürfen. Als Brillenträger nimmst Du die Brille ab. Diese Vorkehrungen sind wichtig, damit Du Dich wirklich auf Dein Gegenüber konzentrieren kannst.
Dann beginnst Du mit den Anrufungen. Je nachdem, was Du willst rufst Du den Teil Deines Selbst oder schilderst Dein Problem und ersuchst um Hilfe. Du fällst bei der Anrufung in <link />Trance, das ist normal und Du musst es nicht einmal bemerken.
Du schaust dabei durch Dein Spiegelbild, als würdest Du etwas in weiter Ferne betrachten. Stelle Deine Augen nicht "scharf", schau in die Ferne durch Dein Spiegelbild hindurch. Du kannst dieses Betrachten durch Mantras begleiten oder andere automatische Vorgänge.

Nach einiger Zeit wirst Du eine Veränderung im Spiegelbild bemerken. Hab keine Angst, das ist kein Unfall sondern erwünscht. Es ist ein Zeichen, dass Du auf dem richtigen Weg bist. Stelle die Augen nicht scharf sondern lasse sie auf "Fernsicht". Das Spiegelbild sieht inzwischen schon sehr verändert aus.
Wenn Du den aggressiven Teil gerufen hast, dann wird auch Dein Spiegelbild härter und gemeiner aussehen. Hast Du den inneren Ratgeber gerufen, dann kann Dein Spiegelbild weicher und liebevoller aussehen.
Nun wird das Spiegelbild Dich ansprechen oder Du kannst es ansprechen. Ob Du es mit Worten oder im Gedanken tust ist dabei Deine Sache. Du kannst nun fragen, was Du fragen willst. Du wirst eine Antwort erhalten. Allerdings darfst Du nicht davon ausgehen, dass Dir die Antwort gefallen wird.

Wenn nun Deine Fragen beantwortet sind kannst Du das Ritual beenden. <link />Bedanke Dich bei Deinem Spiegelbild - auch wenn Du weißt, das es Teil Deines Selbst ist, tu es trotzdem. Nachdem also Dein Spiegelbild sich wieder zurückverwandelt hat, was deutlich schneller geht als das Rufen kannst Du den Kreis wieder öffnen und die Kerzen löschen.

Kugelsicht

Die Kugelsicht ist dem Spiegel ziemlich ähnlich, allerdings ist sie nach außen gerichtet. Als Kugel hat sich eine Kristallkugel von ca 12cm bewährt. Allerdings ist es nicht darauf beschränkt.
Du kannst im Prinzip alles verwenden, was irgendwie das Licht rund bricht. Eigentlich müsste sogar eine klare Wasserflasche funktionieren, das habe ich allerdings noch nicht ausprobiert. Allerdings macht eine echte Kristallkugel schon was her ;)
Du dunkelst den Raum ab und machst einen <link />Schutzkreis. Die Kugel sicherst Du vor dem Davonrollen, zum Beispiel indem Du sie auf einen Pappring legst. Als Brillenträger nimmst Du die Brille ab.
Die Kugel muss von hinten beleuchtet werden und Du sitzt entspannt davor. Du musst nicht unbedingt eine Frage stellen, eine grobe Vorstellung genügt schon. Du betrachtest nun die Kugel und schaust durch sie hindurch in die Ferne. Schon bald werden sich Veränderungen zeigen. Sei es ein Symbol oder ein Satz, vielleicht siehst Du auch eine Szene in der Kugel bzw darüber hinaus. Diese Sichtungen sind die Antwort auf Deine Fragen oder sind einfach interessante Dinge, je nachdem ob Du eine Frage gestellt oder einfach mal so hineingesehen hast.
Wenn Du also nun mit dem zufrieden bist was Du gesehen hast kannst Du das Ritual beenden und nach dem Öffnen des Schutzkreises die Kugel mit einem Tuch abdecken.
Das war schon alles, einfach, nicht war? Allerdings lass Dich nicht täuschen. Hier, wie bei allen anderen Techniken kommt es vor allem auf die Übung an. Also lass Dich nicht entmutigen, wenn es ein bisschen dauert, bis es klappt.