Visionssuche

Letzte Änderung: 12.07.2018

Ursprung

Visionssuche klingt sehr hochgetragen und das kann es auch sein - muss es aber nicht.
Ursprünglich kommt es aus der schamanischen Welt und ist vor allem von einigen nordamerikanischen Stämmen bekannt. Dort wurde der junge Mann als Initiationsritus in die Wildnis geschickt, wo er an  einer heiligen Stätte saß, meditierte, fastete und manchmal bewustseinserweiternde Drogen nahm, bis er nach wenigen Tagen eine Vision von seinem weiteren Weg durch das Leben erhielt.
Bekannt waren diese Rituale eigentlich in allen Naturkulturen, aber bei den nordamerikanischen Stämmen sind sie am ausgeprägtesten in die Gesellschaft integriert. Bei den meisten anderen Völkern  machen so etwas nur die Schamanen und/oder die Ältesten.
Natürlich unterscheidet sich dieses Ritual auch von Stamm zu Stamm und von Volk zu Volk aber die Grundzüge dieser sehr schönen Technik können wir für viele Zwecke sehr gut verwenden. Es ist nichts anderes als die Suche nach einer Botschaft aus Deinem Unterbewustsein.
Wobei ich mit Unterbewußtsein viel mehr meine als das, was die Psychologengilde meint. Ich rede von dem, was auch als Schutzgeist, Engel, Totem, Geistführer, etc bekannt ist. Auf der Visionssuche befinden wir uns also auf der Suche nach einer Botschaft der Götter. 

Techniken

Diese Suche kannst Du aus den verschiedensten Gründen machen. Sei es, dass Du einen Namen für etwas oder jemanden suchst, vielleicht bereitest Du Dich auch auf eine Zeremonie vor oder Du stehst vor Deiner Initiierung zu irgendwas.
Auch als einfaches Orakel ist diese Suche sehr nützlich.
Ob Du Dich dabei an die historischen Vorbilder hältst oder Dein eigenes Ding machst bleibt selbstverständlich Dir selbst überlassen. Nach den genauen historischen Vorbildern musst Du allerdings selber suchen, ich beschreibe nur, wie es grundsätzlich funktioniert und wie ich es mache.
Natürlich kannst Du das ganze noch mit diversen bewusstseinserweiternden Techniken kombinieren, aber das ist allein Deine Sache.

In der Visionssuche geht es darum, in die Natur zu gehen und nach Botschaften Ausschau zu halten. Es ist denkbar einfach, wenn man weiß, sein Bewusstsein zum Schweigen zu bringen. Du kannst Dich still in eine Ecke setzen und warten oder auch durch den Wald streifen und schauen.
Wichtig ist dabei, dass Dein Blick nicht verzweifelt in der Gegend rumhuscht und sucht und sucht. Nein, lass Dir Zeit. So viel Zeit wie Du nur brauchst, niemand drängt Dich, niemand verlangt etwas.
Und wenn Du nichts "findest", dann meditiere ein wenig und bring Dein normales Denken zur Ruhe. Halte Deinen Kopf frei und Du wirst etwas sehen, das Dich stutzig macht.
Das kann ein Reh sein, das gerade über eine Wiese läuft. Es können Äste oder Steine sein, die auf dem Weg liegen und eine Rune oder ein anderes Zeichen bilden. Es können Astgabelungen in den Bäumen sein. Die Sonne, die gerade durch die Äste bricht, eine Flussbiegung. Wolkenformationen, Vogelflüge, Verhalten von Tieren, Pflanzenformationen, ein plötzlicher Windstoß, ein knorriger Baum.
Einfach alles kann eine Botschaft sein.
Aber nichts davon weiß, dass es eine Botschaft ist - jedenfalls nehme ich das an. Denn Du nimmst das Bild dieser "zufälligen" Begegnung in Dir auf und Dein Schutzgeist oder Gott flüstert Dir dazu ins Ohr "Hör mir zu, das Reh sagt Dir: Lass los, was Dir Leid zufügt" ... oder was auch immer Du erkennst.
Nimm diese Botschaft in Dir auf und nimm sie als Antwort auf Deine Frage oder Deine Suche.
Ich will und kann Dir hier natürlich nicht erzählen, was es bedeutet, was Du siehst. Denn das kommt alleine darauf an, welche Bedeutung ein Bild in Deiner Welt hat.
Für mich hätte ein über eine Wiese laufendes Reh eine ganz andere Bedeutung als für Dich. Deshalb gibt es auch kaum Möglichkeiten der Interpretationshilfe durch andere.
Vielleicht könnte jemand Erfahrenes im Gespräch für Klärung sorgen, das kann dann aber nur eine Art Führung sein, in der Du letztlich doch selber entdecken musst, welche Bedeutung Deine Vision hat.

Aber warum so kompliziert? Dein Bewusstsein hat die Botschaft vom Unterbewusstsein bekommen, dann frag doch einfach das Unterbewustsein, was es bedeuten soll. Und das geht am besten im Traum.
Wenn Du also schon Erfahrung in Traumdeutung hast, dann lass Dein Unbewusstes wissen, dass Du nächste Nacht bitte eine genauere Erläuterung hättest. Dann gehst Du schlafen und am nächsten Morgen oder einem Morgen der nächsten Tage hast Du eine Antwort - wenn Du sie verstehst.
Und wie das geht hab ich unter "<link />Träume" schon beschrieben.