Marsgesicht

Letzte Änderung: 18.07.2018
Die Aufnahme des Viking-Orbiters von 1976. Die Punkte rühren von einem Bit-Fehler seitens der NASA beim Zoomen.

Wir schreiben den 25. Juli 1976. Gebannt schauen die Wissenschaftler der NASA auf den Drucker, der Zeile für Zeile die Daten ausspuckt, die von der Kamera an Bord der Raumsonde Viking I aus dem Mars-Orbit zur Erde gefunkt werden.
Zeile für Zeile werden helle und dunkle Bereiche ausgedruckt, eine Bildwiedergabe wie heute gab es damals nicht. Die gesendeten Bilder waren viel zu groß, um sie direkt auf einem Monitor darzustellen (für heutige Begriffe lächerlich klein, aber das war 1976). Langsam enthüllt sich etwas Unglaubliches auf dem Papier: In der Cydonia-Region auf dem Mars taucht ein menschliches Gesicht auf, 3km hoch und 1,5 km breit. Südlich des Gesichtes sind Strukturen zu erkennen, die an Pyramiden erinnern. Eine Sensation: Es wurden künstliche Strukturen auf dem Mars entdeckt. Ein gigantisches, Millionen Jahre alte Gesicht im Marsgestein. Wenige Kilometer entfernt Pyramiden, die auch auf der Erde Botschafter der ältesten Hochkultur sind. Was sollen sie bedeuten? Sind sie Überbleibsel einer unglaublichen Kultur oder sind sie ein Gruß oder gar eine Warnung an uns? Sind sie ein Hinweis darauf, woher die UFO-Phänomene stammen oder gar einer darauf, woher wir stammen?
Es gab viele Theorien und Geschichten um die Region Cydonia, sogar einen Kinofilm. 

Das selbe Gesicht vom Mars Global Surveyor gesehen

Im Jahr 2001 kam die Enttäuschung: Die Sonde Mars Global Surveyor sendete höher aufgelöste Bilder zur Erde, auch Radaraufnahmen. Und diese zeigte einen relativ unspektakulären Felsen. Dieser Felsen zeigte nicht die Spur eines Gesichtes, auch nicht in der Vergangenheit. Das originale Bild in hoher Auflösung: 
http://www.msss.com/mars_images/moc/extended_may2001/face/face_E03-00824_proc.gif 
Selbstverständlich war sofort die Aufregung groß und der Verdacht einer Fälschung kam auf. Vielleicht wurde ja der falsche Ort fotografiert. Aber genauere Betrachtungen bestätigten, was Wissenschaftler von vornherein gesagt haben: Diese Felsformation sieht durch einen Zufall bei bestimmtem Lichteinfall aus wie ein menschliches Gesicht.
Trotzdem sind bis heute die Stimmen nicht verstummt, die dem Cydonia-Bereich eine besondere Bedeutung zumessen wollen. Das könnte man mit einem milden Lächeln abtun, wäre da nicht der Ort, an dem das Gesicht aufgenommen wurde. Denn das Gesicht ist bei weitem nicht das einzig Auffällige auf der Mars-Oberfläche. Speziell die Cydonia-Region ist gespickt. So sind einige Kilometer südlich des Mars-Gesichtes pyramidenförmige Berge zu sehen. Sowohl auf den Bildern von 1076 als auch auf neueren Bildern ist die Pyramidenform klar zu erkennen. Es sind drei Pyramiden, wovon eine wie eine eingestürzte Pyramide aussieht. Diese ließ sich später eindeutig als natürliche Formation erkennen. Die anderen Pyramiden aber, die "große" und die "D&M"-Pyramide, sind auch weiterhin klar als Pyramiden zu erkennen. Und auch anderswo auf dem Mars sind Pyramiden entdeckt worden: In der Elysium- und der Utopia-Region.
Ich muss ehrlich sagen, dass mich die neueren Aufnahmen eher von der Natürlichkeit der Strukturen überzeugt. Da ich kein Geologe bin kann ich das natürlich nicht mit letzter Sicherheit sagen, aber auch auf der Erde gibt es natürlich Formationen, die eine geometrische Form aufweisen. 
Zwar steht noch immer die Frage im Raum, warum gerade von der Cydonia-Region 4 Aufnahmen in Folge gemacht wurden. Aber niemand sagt, dass die anderen Gebiete weniger fotografiert wurden. Und auch das Argument, dass das vermeintliche Mars-Gesicht nach Jahrzehntausenden oder gar Jahrmillionen der Erosion immer noch erstaunlich nach einem Gesicht aussieht mag ich so nicht stehen lassen. Ich stelle vielmehr die Frage: Wie wahrscheinlich ist es, auf groben Aufnahmen wie denen von Viking I ein Gesicht zu sehen? Insbesondere, wenn man bedenkt, dass unsere Gehirne sehr gerne Gesichter in Bettdecken, auf Fliesen und in Gardinen sehen. 
Und wäre der Berg auch aufgefallen, wenn die ersten Bilder denen vom Mars Global Surveyor geähnelt hätten? Wohl kaum.

Andere Anomalien

Es ist wirklich erstaunlich, was es auf dem Mars so zu entdecken gibt. Ich habe natürlich keine Ahnung, in wie weit es sich hier um wirklich natürliche Phänomene handelt, bei denen unser Geist sich eine Interpretation erlaubt. Schließlich ist unser Geist dafür ausgelegt, Strukturen und Ähnlichkeiten zu erkennen. Ich mag das Spiel mit dem Unglaublichen. Auch wenn ich vom Verstand her eher an natürliche, vom Wind und Wasser modellierte Felsen glaube, so stelle ich mir doch manchmal vor, wie es wäre, wenn es doch künstliche Artefakte sind.
Ich mache der Nasa oder ESA keinen Vorwurf der Fälschung, weder auf dem Mars noch auf dem Mond. Vielmehr sage ich: lasst uns noch mehr rausfinden und dem auf den Grund gehen. Vielleicht finden wir ja noch etwas wirklich Umwerfendes.

In den weiterführenden Links findest Du Webseiten, die sich intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen.