Atlantis der Südsee

Letzte Änderung: 12.07.2018

Auf den Osterinseln existieren Überlieferungen, nach denen die Bewohner dieser abgelegenen Inseln vom Gott Make Make vom Kontinent Maori Nui Nui "im Westen Südamerikas" geführt wurden.
Nämlich gab es gemäß der Überlieferung in der Südsee das große Land Maori Nui nui, was soviel heißt wie Groß-Maori. Dieses Land wurde durch eine langsame Überschwemmung heimgesucht, die allmählich das gesamte Land einzuvernehmen schien.
Infolge dieser Überschwemmung ließ der König Hotu Matua nach einem anderen Ort suchen, wurde aber wieder und wieder enttäuscht.

Eines Tages wurde der Priester Hau Maka vom Gott Make Make zu einem Ort geführt, wo die Menschen leben konnten. Der Gott beschrieb ihm exakt den Weg, den er nehmen musste. Dieses Erlebnis erzählte der Priester dem König und dieser schickte ein Boot los, um das zu überprüfen. Nach 70 Tagen kamen die Männer erfreut wieder und berichteten, dass das Land an genau der beschriebenen Stelle lag.
Daraufhin ließ der König alle Menschen evakuieren und nach 120 Tagen war sein gesamtes Volk evakuiert und auf den Osterinseln angekommen.
Dieses Maori Nui Nui wird gerne als das Atlantis der Südsee bezeichnet.
Bei all den Überlieferungen will ich aber nicht verschweigen, dass moderne genealogische Forschung die Besiedelung durch den König Hotu Matua auf das 15te Jahrhundert u.Z. datiert. Und das auch nur als eine zweite Einwanderungswelle, die der ersten zwischen 800 und 1200 u.Z. folgte.

Ganz ähnliche Geschichten über eine solche Katastrophe gibt es auch bei den australischen Kurnai, im Volk der Yi in China, bei den Maori Neuseelands, den Huichol in Mexico, den Cree-Indianern in Kanada, bei den Ureinwohnern der Fidschi-Inseln. Ebenso sind Überlieferungen einer großen Überschwemmung bekannt bei den Adamen in Indien, den Ureinwohnern Kubas, den Raiatea in Französisch-Polynesien und den Huarochiri-Indianern in Peru. Damit sind nur einige genannt.
Kann es sein, dass diese Überlieferungen Erinnerungen an den steigenden Wasserspiegel zum Ende der letzten Kaltzeit vor knapp 10.000 Jahren gewesen sind? Immerhin ist der Übergang von der Kalt- zur Warmzeit deutlich schneller als andersherum und kann innerhalb eines Menschenlebens vonstatten gegangen.

Kontinentalschelf

Im südwestpazifischen Raum ist der Kontinentalschelf von Indonesien über Australien bis Neuseeland recht stark ausgeprägt. Weit stärker als um einen anderen Kontinent.
Der Schelf ist der Tiefenbereich bis 200 Meter. Als der Meeresspiegel 120 - 130 Meter unter dem heutigen lag, waren insbesondere im Südwestpazifischen Meer sehr viel mehr Landmasse begehbar.
Leider liegen mir keine ausreichend genauen Tiefenkarten des Gebietes vor, aber es ist gut denkbar, dass die heutigen Inseln trockenen Fußes erreicht werden konnten. Und wenn schon nicht zu Fuß, so war doch wohl wenigstens die nächste Landmasse am Horizont erkenn- und erreichbar. Als dann der Meeresspiegel anstieg mussten sich die Menschen auf diese Höhenzüge und späteren Inseln zurückziehen.

Über den Kontinentalschelf kann niemand bis zu den Osterinseln gelangt sein, dafür liegen sie viel zu weit entfernt. Aber diese Annahme deckt sich mit dem Beginn der Überlieferung von Maori Nui nui und sie liefert eine interessante Anfangsannahme für die Besiedelung Polynesiens.

Dies ist lediglich eine Annahme und müsste durch ausreichend gute Tiefendaten belegt werden, die mir nicht vorliegen.