Lemuria

Letzte Änderung: 18.07.2018

Die Welt ist ein seltsamer Ort. Es geschehen immer wieder Dinge oder andere werden entdeckt, die so einfach nicht erklärt werden können. Eine solche Entdeckung ist die von Tierarten, die an dem Ort nicht sein dürften.

So gibt es die Lemuren, eine Halbaffen-Art (eigentlich Feuchtnasenaffen), die nur in Madagaskar und Vorderindien existieren.
Da stellt sich selbstverständlich die Frage, warum sie nur an diesen Orten leben, aber nicht dazwischen. Der Biologe Ernst Haeckel schlug zur Erklärung vor, es hätte eine Landbrücke zwischen diesen beiden Landstrichen gegeben.
Diese Landbrücke nannte er nach Lemuria, nach eben jenen Feuchtnasenaffen. Diese Landbrücke soll dann, je nach Autor, vor 12000 bis 1Mio Jahren versunken sein und heute nicht mehr zu sehen sein. Daher die seltsame Verteilung der Affen.

Moderne Auffassung

Die heute gängige Theorie ist die, dass Madagaskar und Indien durch die Kontinentalverschiebung getrennt wurden.
Die Landbrückenhypothese stammt aus einer Zeit, als die Plattentektonik noch nicht entdeckt war. Es wurde viel mehr angenommen, die Aufteilung der Kontinente sei unveränderlich und aufgrund der Abkühlung der Erde würde diese sich zusammenziehen und die Ozeane würden immer mehr Fläche für sich in Anspruch nehmen. Da erschien es nur logisch, dass es Kontinente gab, die heute nicht mehr existieren.
Heute ist allerdings die Kontinentalbewegung eine bekannte Tatsache. Es ist anhand von Steinproben nachgewiesen, dass die fraglichen Gebiete auf Madagaskar und in Vorderindien einen gemeinsamen Ursprung haben. Außerdem gibt die Struktur des Meeresgrundes keinerlei Anhaltspunkt für eine frühere Küstenline. Im Gegenteil: Mitten durch den indischen Ozean verläuft eine Ausdehnungslinie, welche den Ozeanboden auseinander drückt.
 

Etwas mystischer ...

Die andere Auffassung von Lemuria wurde wesentlich von Madame Blavatsy beeinflusst.
Dieser Auffassung nach ist Lemuria die wirkliche Wiege der Menschheit. Die aufkommenden Gesellschaften in Afrika und Mesopotamien wurden viel mehr von den Auswanderern oder den Überlebenden der Katastrophe beeinflusst und gelehrt. Laut Mdme Blavatsky entwickelt sich die Menschheit in sieben Stufen. Vier dieser Stufen wurden auf Lemuria durchlaufen. Manche mit vier Armen, andere legten Eier und waren geschechtslos. Die dritte dieser "Wurzelrassen" war durch die Erfindung des Sex Schuld am Untergang von Lemuria. Deren Nachkommen (die vierte Wurzelrasse) waren die Bewohner von Atlantis und wir sind jetzt die fünfte "Wurzelrasse". Wir werden später durch die sechste und die siebte ersetzt werden, die in Nord- bzw Südamerika aufkommt.
Die vierte Wurzelrasse sollen auch die Verfasser der Stanzen sein, welche Mdme Blavatsky als Vorlage für Ihre eigenen Werke nannte. Obwohl alle wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen diese Hypothese spricht existiert sie immer noch.Dafür gibt es mindestens zwei Gründe:
Erstens wird in Tamil diese Geschichte aus nationalistischen Gründen hochgehalten.
Zweitens ist es eine tiefe innere Sehnsucht des Menschen, eine edle Historie und Abstammung zu haben. Daher werden auch gerne Webseiten und Bücher veröffentlicht, in denen Atlantis, Lemuria, Mu, Sirianer (Bewohner der Sirius) und verschiedene Erzengel zusammengeworfen werden.
Ob ich an die Existenz eine solchen untergegangen Landbrücke glaube? Nein. Ich halte unsere Welt auch ohne solche Konstrukte für wunderbar und geheimnisvoll genug.

Im pazifischen Ozean

Manche Quelle siedelt Lemuria im pazifischen Ozean an. Das liegt an einer einfach Verwechselung: In fast jedem größeren Meer werden versunkene Kontinente angenommen. Und deren Bezeichnungen sind nicht immer klar abgegrenzt, manchmal gibt es auch historische Verwicklungen, nicht immer ganz leicht durchzusteigen.

Lemuria allerdings ist wegen der oben erwähnten Namensgebung eindeutig im indischen Ozean angesiedelt.
Das angenommene Landgebiet im pazifischen Ozean behandle ich unter dem Begriff Mu.