Kirlian-Fotografie

Letzte Änderung: 15.06.2018
Kirlian-Fotografie einer Fingerspitze

Es war 1937, als der Elektriker Semjon Davidowitsch Kirlian in einem sowjetischen Forschungszentrum einen medizinischen Apparat reparieren sollte. Als er im Forschungszentrum ankam, um das Gerät abzuholen, sah er zufällig neben sich einen Patienten an einem Hochfrequenzapparat für Elektrotherapie angeschlossen. Er fiel ihm auf, weil winzige Lichtblitze zwischen den Elektroden und der Haut des Patienten hin und her zuckten. Kirlian kam die Idee, diese Lichtblitze fotografisch zu erfassen. 
Bei dem ersten Selbstversuch mit einer etwas veränderten Apparaturanordnung verbrannte er seine Hand sehr stark, aber das Ergebnis war es wert. Denn das Ergebnis war ein seltsamer Abdruck, eine anmutige Leuchterscheinung in der Form der Umrisse seiner Finger. Die anschließende Forschung wurde zum Staatsgeheimnis erklärt und erst 25 Jahre später erschienen die ersten seiner wundersamen Bilder in Europa.

Jeder kennt den Effekt, dass man einen kleinen elektrischen Schlag bekommt, wenn man nach dem Llaufen auf einem Teppich einen Eisengegenstand berührt. Würde man genau hinschauen, so würde man sogar einen kleinen Blitz sehen können. Genau diesen Effekt nutzt die Kirlianfotografie
Es wird mit Hilfe eines Hochspannungsgenerators eine Spannung von bis zu 25.000 Volt erzeugt, die 100.000 mal in der Sekunde ihre Richtung ändert. Durch eine spezielle Technik ist es möglich, dass die Hochspannung dem Menschen nicht schadet, denn der fließende Strom, der die eigentlich tödliche Wirkung hat, wird begrenzt.

Normalerweise können unter ungünstigen Bedingungen schon 60 Volt tödlich sein. Ein Pol einer Hochspannungsquelle wird am Menschen angeschlossen, der andere Pol an einer Metallplatte, die dieser Mensch berühren soll. Wenn er dies tut, so werden zwischen dem Menschen und der Platte kleine Blitze entstehen, die das Fotopapier aufzeichnet. Entwickelt man das Fotopapier, so sieht man die bekannten Bilder.
Wie wird ein Kirlian-Bild konkret gemacht? In einem absolut dunklen Raum auf einer Gummimatte wird das Gerät aufgestellt. Bei Rotlicht wird das postkartengroße schwarz-weiß Fotopapier aus der Schutzpackung geholt und auf die Metallplatte des Kirlian-Fotoapparates gelegt.

Der Patient stellt sich ebenfalls auf die Gummimatte und bekommt ein Kabel am Körper angebracht. Da meistens Hand oder Fuß untersucht werden, wird er eines dieser Körperteile auf das Fotopapier legen. Die Spannung wird so eingestellt, dass sie vielleicht etwas kitzelt, dem Patienten aber erfahrungsgemäß keinen Schaden zufügt und die Zeitschaltuhr auf einen Wert eingestellt, der erfahrungsgemäß ein gutes (nicht über-, bzw. unterbelichtetes) Bild ergibt, zum Beispiel 5 Sekunden. Der Experimentator entfernt sich von der Anlage und startet den Apparat. Nach diesen 5 Sekunden wird das Fotopapier in einem ganz normalen Entwickler entwickelt.

In der einstmals großflächigen UdSSR wurde die Kirlianfotografie genutzt, um Bodenschätze zu finden. Die in Frage kommenden Gebiete wurden mit einem Flugzeug überflogen und die vielversprechenden Bodenproben konnten schon am Ort durch die Kirlianfotografie ausgewertet werden. Wie die Ergebnisse dieser Untersuchung ausgesehen haben ist mir aber nicht bekannt.
Auch in der Pflanzenkunde können Pflanzenkrankheiten anhand der Kirlianfotografie schnell herausgefunden werden
Die Kirliantechniker nutzen sie als physischen Beweis der eigentlich "unphysischen" Körper, denn der feinstoffliche Körper wird bei der Kirlianfotografie ihrer Meinung nach zum Leuchten gebracht und ist somit erstmals für alle Menschen sichtbar.

Auch von Sterbenden sollen Fotos gemacht worden sein, die abenteuerliche Ergebnisse erbracht haben sollen. Offiziell scheinen solche Bilder aber nicht zu existieren.