Spontane Selbstentzündung

Letzte Änderung: 15.06.2018
Die traurigen Überreste einer Opfers

Ein Mensch wird gefunden. Es ist in einem schrecklichen Zustand, ist mitsamt seinen Knochen verbrannt, sein gesamter Körper ist zu Asche zerfallen - bis auf Arme und Beine. Anhand derer kann das bedauernswerte Opfer auch identifiziert werden.
Es ist eines von vielen Opfern eines merkwürdigen Phänomens, das bereits seit dem 17. Jahrhundert beobachtet wird: Spontane Selbstentzündung (SHC: Spontaneous human combustion) wird es genannt. Und davon abgesehen, dass für die Verbrennung von Knochen normalerweise eine Temperatur von über 1000°C benötigt wird, sind in der Umgebung kaum Spuren des Vorgangs zu entdecken. Außerdem scheinen Hände und Füße nicht mit zu verbrennen.
Es wurden viele Erklärungsversuche unternommen, die alle auf der Annahme beruhten, dass das Feuer extrem heiß gewesen sein muss, um die Knochen mit zu verbrennen, aber zu schnell von statten gehen, um den Rest der Wohnung zu entzünden. Die Erklärungsversuche gehen von Plasmaball/Kugelblitz über die Entzündung im Körper enthaltenen Alkoholsoder der Abgase (Furze) bis hin zu Funkenschlägen interzellulärer Mikroströme.

Ich weiß nicht genau, seit wann es tatsächlich geklärt ist, aber ich habe vor einiger Zeit eine TV-Doku gesehen, die das Rätsel schlüssig erklärt hat - und es hat nichts mit Plasmabällen oder ähnlichem zu tun.
Dazu wurde ein Versuch unternommen, in dem ein totes Schwein mit einem Leinenlaken "angezogen" und dieses entzündet wurde. Das Ergebnis war keine hohe Flamme sondern ein Schmelzen des Körperfettes unter der Haut. Dieses Fett sickerte in die Kleidung und entzündete sich wie das Wachs am Docht einer Kerze.
Diese Flamme war zu keinem Zeitpunkt höher als vielleicht 20cm und damit von außen nicht auffällig. Das wiederum neue schmelzende Fett sickerte in die Kleidung, die wie ein Docht wirkt und so kann sich diese kleine Flamme in aller Ruhe durch den gesamten Körper fressen. Durch dieses beständige Feuer und das Schmelzen des Knochenmarks wird schließlich sogar der Knochen verbrannt.
Die Waden und Füße bleiben schlicht deswegen übrig, weil sie einerseits nicht bekleidet sind und ihnen außerdem dan nötige Fett fehlt. Dieser Vorgang - das Verbrennen des Schweins - wurde im Ganzen gezeigt, im Zeitraffer natürlich, da es einige Zeit in Anspruch nahm. Und die Überreste des Schweines, das zum Zeitpunkt des Versuches selbstverständlich schon tot war) waren denen der verbrannten Menschen sehr ähnlich.

Für die menschlichen Opfer wird angenommen, dass sie aufgrund irgendeines Einflusses (Krankheit, Drogen, Altesschwäche, etc) nicht in der Lage waren, ein kleines Feuer zu löschen, als sich ihre Kleidung an einer Kerze, Zigarettenkippe oder Ähnlichem eingefangen entzündete. Und so nahm das Verhängnis seinen Lauf.
Zu dem Zeitpunkt, da der Körper selbst Feuer fängt, dürfte das arme Opfer aufgrund des Schocks oder der Rauchvergiftung bereits tot sein. Jedenfalls wollen wir das hoffen.

Bekannte Fälle seit 1725

Frankreich, 1725

Jean Millet fand seine Frau fast vollstänig verbrannt in seinem Haus wieder, der Boden und die Decke waren verkohlt, jedoch waren die umstehenden Möbel so gut wie gar nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Die damalige Erklärung für dieses Phänomen: Die Frau war Trinkerin und durch den Alkohol im Körper, hätte sie sich entzündet. Man ging daher davon aus, dass nur Menschen die viel Alkohol trinken auf diese Weise verbrennen konnten.

England, 1731

Die verkohlten Überreste einer Gräfin wurden direkt neben ihrem Bett gefunden. Außer den Beinen und Teilen des Kopfes war alles zu Asche verbrannt, umstehende Möbel, speziell das Bett, waren nur leicht angesengt. Dieser Gräfin konnte man natürlich keinen starken Alkoholkonsum nachsagen, daher wurde eine neue Erklärung gefunden: Sie rieb sich des öfteren mit Kampferspiritus ein, der sehr leicht entzündlich war.

Italien, 1731

Die Überreste der Gräfin Comelia Bandi, ein Aschehaufen, in dem auch noch zwei Beine zu finden waren, wurde ca. 1 Meter entfernt vor ihrem Bett gefunden. Außer einem dünnen Rußfilm auf den Möbeln und Wänden wurden keine Gegenstände durch das Feuer beschädigt.

England, 1744

Grace Pett wurde brennend in ihrem Wohnzimmer vorgefunden, allerdings zu spät. Übrig blieb nur ein wenig Asche. Da auch hier bekannt war, dass sie Raucherin und Trinkerin war, wurde eine Erklärung schnell gefunden. Bei diesem Fall wurden nicht nur umstehende Möbel und Papier-Lampenschirme verschont, nicht mal der Boden war angesengt.

Frankreich, 1782

Ein versengter Fuß und ein Aschehaufen war alles, was von Mrs. Thaus wiedergefunden wurde. Auch sie war eine Trinkerin was gut zur gängigen These passte. Bis auf die Kleidung der Frau verbrannte nichts in dem Zimmer.

Italien, 1789

Von einem Schrei aufgeschreckt, stürmten Hausbewohner in Priester Bertholis Zimmer und fanden ihn brennend auf dem Boden vor. Nachdem das Feuer gelöscht war, bot sich ein seltsames Bild: Der obere Teil seiner Kleidung war komplett verbrannt, der untere jedoch gar nicht.

USA, 1835

James Hamilton entging vermutlich als erster Mensch knapp einer Selbstverbrennung. Er erblickte eine kleine Flamme an seinem Bein, nachdem er dort einen stechenden Schmerz verspürte. Es sah so aus, als ob die Flamme direkt aus seinem Bein käme. Er erstickte die Flamme mit seinen Händen und verhinderte, dass das Feuer um sich greift.

USA, 1885

John Larson, Angestellter bei den Rooneys, fand Mr. Rooney am Weihnachtsmorgen tot in der Küche vor, neben einem Aschehaufen, der, wie sich später herausstellte, die Überreste von Mrs. Rooney war, die sich plötzlich selbst entzündet hatte. Auf dem Boden wurde überall kalzinierte Asche gefunden.

Schottland, 1888

Der Tod eines ehemaligen Soldaten durch spontane Selbstentzündung wurde von Dr. Mackenzie Booth untersucht. Die Öffentlichkeit hatte ihre Erklärung schon, denn der Soldat wurde zuvor mit einer Flasche Schnaps und einer Öllampe gesehen. Dr. Booth jedoch bemerkte, dass Strohballen ganz in der Nähe des verbrannten Leichnams unversehrt waren. Er schloss daher auf eine sehr plötzliche und kurze Hitzeentwicklung.

USA, 1890

Dr. B. H. Hartwell wurde zu Hilfe gerufen, nachdem eine Frau in einer Waldlichtung in Flammen aufgegangen war. Ein schreckliches Bild bot sich ihm: Die Flammen schlugen aus dem Bauch, den Schultern und den Beinen. Außer der Frau brannte nichts in dem Wald.

Schottland, 1904

Mrs. Thomas Cochrane wurde vollkommen verbrannt, sitzend in einem Sessel gefunden, der nicht mal angesengt war.

England, 1905

Elizabeth Clark verbrannte auf ihrem Bett so plötzlich und schnell, dass sie nichtmal Zeit zum Schreien hatte, obwohl die Zimmer der anderen Hausbewohner nur durch eine dünne Wand von dem Raum getrennt waren.

Indien, 1907

Nur noch die Kleidung einer verbrannten Frau blieb vollständig erhalten und unversehrt.

England, 1908

Wilhelmina Dewar verbrannte in ihrem Bett. Ihre Schwester und eine Nachbarin bemerkten, dass weder Möbel noch Bettzeug von den Flammen angegriffen worden waren.

USA, 1948

Paul Weekly wachte nachts auf, da er, ähnlich wie James Hamilton, ein heftiges Jucken am Bein spürte. Als er nachsah, bemerkte er, dass er brannte und ertstickte das Feuer sofort. Danach legte er sich auf die Couch zum Schlafen und dort wiederholte sich das Ereignis.

USA, 1951

Mary Reeser verbrannte in ihrer Wohnung. Lediglich ein Fuß, der noch in einem Pantoffel steckte, sowie der Kopf, der auf die Größe einer Orange geschrumpft war, befanden sich direkt neben der Asche. Ein Papierstapel, nur 30 (!) cm vom Brandherd entfernt, war nicht mal von der Hitze geschwärzt.

USA, 1957

Mr. Martin fand seine Mutter verbrannt im Keller vor dem Ofen, welcher vollkommen kalt war. Zeitungen nur 60 cm entfernt, warn zwar von einer Ruß-Schicht bedeckt, jedoch nicht angebrannt.

England, 1958

Eine Frau verbrannte inmitten ihres Zimmers mit blauen, glänzenden Flammen und zerfiel regelrecht zu Asche.

Irland, 1958

Ein Matrose bemerkte, als ein Schiff vor der Küste Irlands zur Seite abdriftete, dass der Steuermann plötzlich verschwunden war. Niemand hatte einen Schrei oder sonstigen Lärm gehört. Die Mannschaft versammelte sich um den Aschehaufen und stellten fest, dass Kompass, Steuerrad und sogar die Schuhe des Mannes unversehrt waren.

England, 1958

Ein Polizist, der einen in den Graben gefahreren LKW untersuchte, bemerkte dass auf dem Fahrersitz lediglich Asche zu finden war. Der Fahrer George Tumer war vollständig verbrannt, Sitz und Armaturen jedoch vollkommen in Takt.

Holland, 1958

William Ten Bruick verbrannte in seinem Volkswagen bis zur Unkenntlichkeit. Wie schon im Fall zuvor hatte der Benzintank kein Feuer gefangen und die Schäden am Auto waren nur leicht.

USA, 1959

Billy Thomas Peterson verbrannte in seinem Auto während eines Selbstmordversuches, indem er Auspuffgase ins Wageninnere leitete. Seine Kleidung, sowie seine Körperbehaarung verbrannten seltsamer Weise nicht, obwohl der Körper Verbrennungen zweiten und dritten Grades aufwies.

USA, 1964

Betty Satlow beging ebenfalls Selbstmord durch die Einleitung von Auspuffgasen ins Wageninnere. Einen Tag später ging ihr Leichnam im Leichenschauhaus in Flammen auf.

Frankreich, 1977

Die Zimmernachbarin von Ginette Kazmirczak wurde durch die Rauchentwicklung eines Feuers geweckt und alarmierte sofort die Feuerwehr, die außer einem Aschehaufen nur noch einen Arm und zwei Beine vorfanden. Keinerlei Brandspuren an Möbeln oder sonstigen Gegenständen.

USA, 1979

Mrs. Oczki's Überreste waren eine 40 Pfund schwere Masse, die vor einem Fernseher, der noch lief, gefunden wurden. Eine Bier Dose auf einem kleinen Tischchen neben ihr explodierte und das Band des Videorecorders schmolz. Ansonsten waren keine Brandspuren erkennbar.

Wales, 1980

Henry Thomas, 73 Jahre, wurde von dem Polizisten John Heymer völlig verbrannt auf dem Boden aufgefunden. Lediglich die beiden Füße lagen am Ende des Haufens. Das ganze Zimmer war mit einem orangen Fleischfilm bedeckt. Der Stuhl auf dem er saß, war nur dort angekokelt, wo Mr. Thomas gesessen hatte.

USA, 1980

Mrs. Jones bemerkte plötzlich, wie Flammen aus dem Ärmel ihres Mannes schlugen. Glücklicherweise konnten diese rechtzeitig gelöscht werden. Mr. Jones war das vor ein paar Jahren während einer Autofahrt schon mal passiert.

England, 1982

Jeannie Saflin, eine 62jährige, geistig gestörte Frau, fing plötzlich Feuer. Ihr Vater, der neben ihr saß versuchte sie zusammen mit seinem Schwiegersohn Donald zu löschen jedoch starb sie im Krankenhaus. Vater und Schwiegersohn sagten aus, dass Jeannie nicht geschrien oder sonstigen Lärm gemacht hätte und dass die Flammen wie eine Art Blitz aus ihrem Körper kamen.

USA, 1986

Ein 58-jähriger pensionierter Feuerwehrmann verbrannte bis auf einige Knochen vollständig. Ein Streichholzschächtelchen, dass in der direkten Nähe des Aschehaufens gefunden wurde, fing kein Feuer.