Was machen wir?

Letzte Änderung: 17.07.2018

Müll und Abfallprodukte

Wie viel Müll hast Du heute schon produziert?
Ich muss jetzt mal ehrlich zusammenzählen.

Zunächst habe ich geduscht und dabei ein Duschgel verwendet. Das Duschgel ist in einer Kunststoffpackung, die irgendwann leer sein und weggeschmissen wird. Unter der Dusche habe ich die Zähne geputzt (Zahnpastatube und Zahnbürste) und ich habe mich rasiert, wobei irgendwann der Rasierer und die Klingen abgenutzt sein und weggeschmissen werden. Genauso wie der Rasierschaum.
Zum Frühstück gab es ein Butterbrot mit Käse und eines mit Marmelade. Das Brot war in einer Plastiktüte eingepackt, der Käse in einer Plastikschale, die Marmelade in einem Glas. Und die Margarine war ebenfalls in einer Plastikschale.
Ich bin mit dem Auto zur Arbeit gefahren und habe dabei Abgase ausgestoßen und Gummi vom Reifen abgerieben. Auf der Arbeit trinke ich Wasser aus einer Plastikflasche, die ist so schön robust und praktisch. Ich fülle die Flasche mehrfach auf und verwende sie durchaus über Wochen. Aber irgendwann kommt auch die weg. Zwischendurch hole ich mir vom Bäcker etwas zu essen, hier kommt das Essen glücklicherweise in eine Papierverpackung. Auf der Arbeit drucke ich viel Papier aus, das auch irgendwann sicherlich auf den Müll kommt. Nach Feierabend fahre ich wiederum nach Hause, gerne hole ich mir noch schnell einen Snack von der Tankstelle für die Fahrt.
Ich will jetzt nicht alles aufzählen, dann wird das hier zu lang. Aber soviel: Meine Freundin, unsere drei Katzen und ich produzieren alleine zu Hause jede Woche einen gelben Sack voll Verpackungsmüll. Der Müll, den wir draußen produzieren, muss noch drauf gerechnet werden.

Rechne selbst einmal aus, wie viel Müll Du produzierst. Und wie viel das auf's Jahr gerechnet ergibt. Da ist es kein Wunder, dass die Welt im Müll erstickt. In jedem Ozean gibt es einen gewaltigen Müllstrudel. Das ist eine Meeresströmung, die sich kreisförmig um den Ozean bewegt. Und diese Strömungen tragen unseren Müll.
Der größte dieser Strudel ist im Pazifik, das Zentrum ist etwa so groß wie Mitteleuropa. Hier treiben auf einem einzigen Quadratkilometer geschätzte 18000 Plastikteile, und der Strudel geht bis fast auf den Grund. Der Ozean ist außerhalb dieser Strudel keineswegs sauber. Sie sind nur das Zentrum des Problems.
An den einsamsten Stränden der Welt wird Plastikmüll in großen Mengen angeschwemmt.
Das ist nicht nur ein ästhetisches Problem: Die wenigsten Tiere sind in der Lage, diesen Müll von Nahrung zu unterscheiden. Alleine bei den Albatrossen sterben ein Drittel aller Jungtiere am Müll, der ihnen zu fressen gegeben wird. Da findet man im Inneren eines verwesenden kleinen Albatrosses Einwegfeuerzeuge, Plastikfetzen, Flaschendeckel und Nylonschnur. Das Fatale an Plastikmüll ist, dass er nicht verrottet. Es gibt einfach keine Bakterien oder andere Prozesse, die Gummi, PET, PVC und alles andere zersetzen können. Chemisch ausgedrückt: Kein natürlicher Prozess (bis auf die Hitze des Erdinneren) kann die langkettigen Kohlenwasserstoffe in kurzkettige verwandeln.
Zwar macht das Sonnenlicht Plastik brüchig und porös. Das bedeutet aber nur, dass die Teile ihre Form verlieren. Sie verschwinden nicht, ein großes Teil wird nur zu Millionen kleinen.
So klein, dass die Teile irgendwann von Kleinstlebewesen aufgenommen werden können. Und wer weiß: Vielleicht fängt das Problem dann erst richtig an. Wenn die Grundlage der Nahrungskette an Verstopfung stirbt. Klar, man kann nicht jeden Müll vermeiden, aber die Müllpolitik sollte sich nicht so sehr auf's Geldverdienen konzentrieren (Abfall ist ein riesiger Wirtschaftsfaktor, da werden ganze Schiffsladungen Müll verkauft) sondern auf effektive Müllvermeidung.

Und hier hat der Verbraucher die Macht. Wir können der Politik dabei helfen, das richtige zu tun. Indem wir übertriebene Verpackungen vermeiden. Ich denke dabei z.B. an Naschereien, bei denen nicht nur das Ganze verpackt ist sondern auch jedes einzelne Stück in der Verpackung eine Verpackung hat.
Und ich plädiere für verrottende Verpackungen wie Zellstoff oder verrottenden Kunststoff.
Der Verbraucher hat die Macht. Was nicht gekauft wird, wird auch nicht produziert. Wenn ein Produkt wegen einer besseren Verpackung besser verkauft, wird sich diese Verpackung durchsetzen.

Lebensmittelverschwendung

Umweltschutz fängt da an, wo unser Eingriff in die Umwelt anfängt: Der produzierte Müll ist das Ergebnis unseres Konsums. Der Beginn ist die Produktion unserer Waren.
Wenn wir uns zum Beispiel die Produktion und den Umgang mit unseren Lebensmitteln ansieht, dann sehen wir Erschreckendes. Abgesehen von der Produktionsweise der Lebensmittelindustrie sind auch die Produktionsmengen erstaunlich. Es werden so viele Lebensmittel produziert, dass die Hälfte davon weggeschmissen wird.

Frisch geerntete Kartoffeln, Möhren, Äpfel, Kohlköpfe, etc. werden gar nicht erst in den Handel gebracht, weil irgendetwas nicht so ist, wie es vermeintlich sein sollte. Möhren können krumm sein, ein Apfel die falsche Größe oder Farbe haben, Kartoffeln unhübsch geformt sein. Das reicht aus, um diese eigentlich vollkommen einwandfreien Lebensmittel auf den Müll zu werfen. Schau Dir mal die Kartoffeln, Möhren und Äpfel im Supermarkt an. Sie sind unnatürlich gleichförmig.
In Europa landen - je nach Ware - zwischen 40% und 60% der frischen Feldfrüchte auf dem Müll, weil sie in irgendeiner Weise nicht dem Wunschbild entsprechen.

Jedes Jahr werden alleine in Deutschland 15 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll geworfen. Das sind etwa 500000 Lastwagen voll, in einer Reihe würden sie von Berlin bis Peking reichen. Da stellt sich die Frage, warum wird so viel weggeworfen?

Zunächst einmal ist natürlich ein Teil der Ware wirklich verdorben. Man sieht es immer wieder mal, dass in der Gemüsetheke mal ein fauliges Stück liegt. Aber das ist nur ein verschwindend geringer Anteil.

Die wesentlichen Gründe für das Wegschmeißen sind:

  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nur noch wenige Tage entfernt. Da sortiert man lieber aus, statt eine Diskussion mit entrüsteten Kunden zu führen oder im Ruf zu stehen, dem Kunden abgelaufene Ware anzubieten. Wir wollen dabei nicht vergessen: Das MHD macht als Anhaltspunkt über die Frische der Ware durchaus Sinn. Aber es gibt auch Menschen, die annehmen, dass eine Ware am MHD schlagartig schlecht und gesundheitsschädlich ist. Dabei heißt es doch Mindest-Haltbarkeitsdatum. Es ist also deutlich darüber hinaus haltbar. Das Problem für den Verbraucher liegt darin, zu unterscheiden, wie weit "drüber" eine Ware sein kann, um noch als frisch durchzugehen. Übrigens gab es vor wenigen Monaten eine Gesetzesänderung, die zeigt, dass sich durchaus etwas tut: lang haltbare Lebensmittel wie Kaffee, Zucker, Salz, etc. haben nun kein MHD mehr.
  • Es wurde zu viel von der Ware erzeugt. Um den Preis stabil zu halten, wird ein Teil der vollkommen einwandfreien Ware weggeworfen.
  • Es muss Platz für neue Ware im Regal geschaffen werden. Platz ist kostbar und so versucht jedes Geschäft, den zur Verfügung stehenden Platz mit den verkaufbarsten Lebensmitteln zu füllen. Da ist es häufig billiger, die Ware wegzuschmeißen, als auf Ladenhütern zu sitzen.
  • Die Saison ist vorbei. Insbesondere bei Terminen wie Weihnachten oder Ostern werden immense Mengen Lebensmittel weggeworfen. Nach Weihnachten tonnenweise Lebkuchen, Schokolade, Dominosteine, etc, die locker bis Mai oder Juni oder noch weit länger haltbar sind. Ostern ebenso.
  • Mc Donalds schießt den Vogel ab. Hier werden Burger, die länger als 10 Minuten in der Auslage liegen, gnadenlos weggeworfen. Alles angeblich im Interesse des Kunden. 

Aber ich will hier nicht verteufeln.
Auch für Händler ist es blöd, einen Großteil der Ware in den Müll zu schmeißen, schon aus wirtschaftlichen Gründen. Die Händler müssen mit verschiedenen Problemen kämpfen, die in der Gesamtheit für die Abfallmengen sorgen:

  • der Kunde bekommt von alledem nichts mit. Er will einfach nur frische, gut präsentierte Ware kaufen. Diese Ware soll möglichst gut aussehen und beim Kunden noch lange halten. Das ist mehr als verständlich.
  • Viele Kunden greifen im Regal nach hinten, weil bekanntermaßen die frische Milch, Joghurt und Quark hinten einsortiert wird. Und das, obwohl der Kunde genau weiß, dass er die Ware in den nächsten 5 Tagen verbrauchen wird - Wochen vor Ablauf des MHD. Dadurch bleibt Ware vorn liegen, deren MHD langsam heranrückt und wird aussortiert.
  • Wenn ein Kunde sich zwischen geraden und krummen Möhren entscheiden muss, dann nehmen die meisten die Geraden. Die Krummen bleiben liegen. Deswegen spart sich der Händler den Platz für die Krummen und legt nur gerade aus. Das gilt natürlich entsprechend für alle Waren.
  • Kaufmengen lassen sich nur schwer voraussagen, so kann es sein, dass bei schlechtem Wetter nur sehr wenige Erdbeeren verkauft werden und ein Teil davon entsorgt werden muss.
  • Kunden wollen einfach volle Regale sehen. Das gibt dem Kunden das Gefühl, im Überfluss und Luxus zu leben - was ja auch stimmt. Leere Regale dagegen lassen den Eindruck entstehen, es ginge mit dem Laden zu Ende. Vor allem im Vergleich zu anderen.

Dieses Verhalten zieht sich durch alle Bereiche und zeigt mal wieder: Wir Verbraucher entscheiden letztlich in der Gesamtheit darüber, was angeboten wird - wenn es denn angeboten wird. Ansonsten haben wir immer die Möglichkeit, zu einem Händler zu wechseln, der verantwortungsvoller mit den Waren umgeht.

Doch es gibt auch Ansätze, dem entgegen zu wirken.
Einige Supermärkte, Großküchen, Restaurants u.a. beteiligen sich an Projekten wie die Tafeln. Das sind Organisationen, die übriggebliebenes Essen, das sonst weggeschmissen würde, einsammeln. Das wird dann vorsortiert, weil teilweise auch schlechte Waren dabei sind und kostenlos oder zu einem geringen Anteil an Bedürftige weitergegeben. Das sind großartige Projekte, die vielen Menschen helfen, die sich aus eigener Kraft sonst nur sehr schwer über Wasser halten könnten. Und dem Handel hilft es auch, die Sachen wegzugeben, einfach weil dadurch weniger Müll abtransportiert werden muss und das spart bares Geld.

Es gibt Bäckereien, die ihren Ofen teilweise mit Brot beheizen. Trockenes Brot hat einen ähnlichen Brennwert wie Holz und kann durchaus verfeuert werden. Dadurch wird ein Teil der 500000 Tonnen Brot eingespart, die alleine in Deutschland jährlich weggeschmissen werden. Und auch das spart Kosten für andere Brennstoffe.

Es gibt das Projekt foodsharing.de, das es sich zum Ziel gesetzt hat, in ganz Deutschland das Teilen von Lebensmitteln zu unterstützen. Statt Lebensmittel wegzuwerfen kann man sie hier weitergeben an andere, die sie benötigen oder einfach haben wollen.

Einige Supermärkte haben angefangen, auch weniger schöne Produkte als eigene Produktlinie aufzulegen. Diese Produkte - Karotten, Äpfel, Kartoffeln, etc - bekommen ein eigenes Label und Verbruacher können dieses Produkte für weniger Geld kaufen. Oder sie werden direkt zu Suppen, Kompott oder ähnlichem verarbeitet. Auch das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel auf beiden Seiten des Tresens.

Das sind alles ganz tolle Projekte und Arbeitsweisen. Sie helfen, die Natur und oft genug auch den Geldbeutel zu schonen. Allerdings sind all diese Projekte regional beschränkt. Sie funktionieren nur in der Region, bestenfalls deutschlandweit. Erheblich schwieriger ist es, die Problematik der ungleichmäßigen weltweiten Verteilung anzupacken. Denn das, was wir hier zu viel haben, das ist anderswo zu wenig. Das Essen, das wir allein in Europa wegwerfen, würde zweimal reichen, um alle Hungernden in der Welt zu ernähren. Und dazu kommt dann noch Amerika und der reiche Teil Asiens. Es gibt also mehr als genug Essen in der Welt, eigentlich müsste niemand hungern und es wäre immer noch reichlich übrig.

Das Hauptproblem ist wie üblich, dass das Problem sehr viel komplexer ist, als es aussieht.

Zunächst einmal stellt sich die Frage, wie eine Verteilung der Lebensmittel organisiert werden könnte - und wer es bezahlen soll. Denn weltweite Transporte der benötigten Mengen sind extrem aufwendig und teuer und für die Hersteller gibt es keine Anreize, die Lebensmittel in andere Länder zu verteilen. Außerdem würde die Verteilung Treibstoff verbrauchen, Abgase in die Umwelt pusten und das Meer mit Lärm belasten - alles Dinge, die es zu vermeiden gilt.

Dazu kommen unerwartete Probleme wie, dass man in viele Gegenden gar nicht hinein kommt, weil vielleicht gerade Bürgerkrieg herrscht oder der Hunger als politische Waffe eingesetzt wird. Außerdem lehnen es einige Staaten aus Stolz und aus verständlicher Angst vor einer Abhängigkeit ab, zu viel Hilfe aus dem Ausland anzunehmen. Da spielt sicherlich auch die koloniale Vergangenheit eine Rolle.

Tierhaltung

Viele von uns leben mit Tieren zusammen, auch ich und meine Freundin haben drei Katzen (oder sie haben uns, ist Ansichtssache).
Das ist nichts Verwerfliches, auch wenn gerade Katzen im Ruf stehen, die Vogelwelt der Umgebung zu dezimieren. Grenzwertig wird es aber, wenn einen die Sehnsucht nach exotischen Tieren treibt. Um diese Sehnsucht zu stillen, werden Tiere aus aller Herren Länder eingeflogen. Ob Fische, Korallen, Quallen, Reptilien, Schlangen, Nager oder richtig Ausgefallenes. Fast alles wird von irgendwem gehalten. Und fast immer werden die Tiere in der Wildnis gefangen und auf aus gutem Grund illegalen Wegen nach Europa geschafft. Viele dieser Tiere verrecken elendig auf dem Weg.
Viele Zoos haben glücklicherweise reagiert und verzichten komplett auf Wildfänge. So manch Verbraucher möchte aber trotzdem ungern auf neue Seepferdchen-Arten verzichten. Das rottet eine Art zwar kaum aus, schmälert aber Bestände und auf der Jagd nach dem gewünschten Tier gehen auch mal andere Opfer in die Falle.

Und bizarrerweise wünscht sich so manch Halter ein möglichst seltenes Tier. Das Argument der Arterhaltung zu Hause ist Unfug, da eine erhaltene Art nur in der Natur Sinn macht. Auch die Arterhaltung in Zoos ist schwierig, da auch hier keine natürlichen Bedingungen vorherrschen. Aber es gibt hier die Hoffnung, dass zumindest ganz arg bedrohte Wesen im Zoo gehalten und später ausgewildert werden können. Vielleicht.

Ausbreitung

Der Mensch breitet sich aus, seine Siedlungen und Städte wachsen. Verkehrswege werden ausgebaut. Damit wächst auch der Nahrungsmittelbedarf, die Anbauflächen und die Weidegebiete für Nutzvieh wachsen mit.
Zu allem Überfluss wird seit einiger Zeit ein erheblicher Anteil von Ethanol ins Benzin gekippt, um die Erdölressourcen zu schonen. Dummerweise muss deswegen mehr angebaut werden, was wieder Platz benötigt.

Das engt den Lebensraum der Tier- und Pflanzenwelt weiter ein und Wanderwege werden zerschnitten. Zum Beispiel Elefanten, die seit Elefantengedenken durch die Savanne gewandert sind wollen auch weiterhin zu den Futtergründen und Wasserlöchern wandern, die sie kennen. Aber plötzlich erstreckt sich ein Stacheldrahtzaun durch die Savanne oder mitten auf dem Weg ist ein Dorf, das die Elefanten durchqueren müssen, weil sie keinen besseren Weg kennen. Das finden die Menschen natürlich nicht so toll, weil da auch mal was kaputt geht. Und so werden die Tiere verjagt. Das geschieht überall und nicht nur mit Elefanten.
Alle Tiere, die wandern, treffen früher oder später auf Hindernisse, die sie nicht überwinden können. Oder ein Waldgebiet, in dem jede Menge Getier und Gestrüpp lebt, wird für Ackerfläche oder für ein größer werdendes Dorf/Stadt immer kleiner gerodet. Bis es irgendwann nicht mehr da ist. Alle Lebewesen, die bislang in diesem Wald gelebt haben, müssen umziehen. Aber das ist fast unmöglich. Also sterben fast alle Lebewesen aus diesem Waldstück.  Wenn sich der Mensch also immer weiter ungebremst ausdehnt, dann können Tiere sich nicht mehr bewegen, Pflanzen können sich nicht mehr ausbreiten. Partner können sich nicht mehr finden und Weideland kann nicht mehr erreicht werden. Die Folge: Arten werden erheblich eingeschränkt und der Bestand schrumpft. Viele werden aussterben.

Ausbreitung

Der Mensch breitet sich aus, seine Siedlungen und Städte wachsen. Verkehrswege werden ausgebaut. Damit wächst auch der Nahrungsmittelbedarf, die Anbauflächen und die Weidegebiete für Nutzvieh wachsen mit.
Zu allem Überfluss wird seit einiger Zeit ein erheblicher Anteil von Ethanol ins Benzin gekippt, um die Erdölressourcen zu schonen. Dummerweise muss deswegen mehr angebaut werden, was wieder Platz benötigt.

Das engt den Lebensraum der Tier- und Pflanzenwelt weiter ein und Wanderwege werden zerschnitten. Zum Beispiel Elefanten, die seit Elefantengedenken durch die Savanne gewandert sind wollen auch weiterhin zu den Futtergründen und Wasserlöchern wandern, die sie kennen. Aber plötzlich erstreckt sich ein Stacheldrahtzaun durch die Savanne oder mitten auf dem Weg ist ein Dorf, das die Elefanten durchqueren müssen, weil sie keinen besseren Weg kennen. Das finden die Menschen natürlich nicht so toll, weil da auch mal was kaputt geht. Und so werden die Tiere verjagt. Das geschieht überall und nicht nur mit Elefanten.
Alle Tiere, die wandern, treffen früher oder später auf Hindernisse, die sie nicht überwinden können. Oder ein Waldgebiet, in dem jede Menge Getier und Gestrüpp lebt, wird für Ackerfläche oder für ein größer werdendes Dorf/Stadt immer kleiner gerodet. Bis es irgendwann nicht mehr da ist. Alle Lebewesen, die bislang in diesem Wald gelebt haben, müssen umziehen. Aber das ist fast unmöglich. Also sterben fast alle Lebewesen aus diesem Waldstück.  Wenn sich der Mensch also immer weiter ungebremst ausdehnt, dann können Tiere sich nicht mehr bewegen, Pflanzen können sich nicht mehr ausbreiten. Partner können sich nicht mehr finden und Weideland kann nicht mehr erreicht werden. Die Folge: Arten werden erheblich eingeschränkt und der Bestand schrumpft. Viele werden aussterben.

Jagd

Einzelne Tier- und Pflanzenarten werden so massiv gejagt, gefischt, gepflückt oder gefällt, dass die übrig gebliebenen zu wenige sind. Sie können sich nicht mehr ausreichend schnell fortpflanzen, um die umgebrachten Tiere und Pflanzen zu ersetzen.
Die Folge: Die Art hört auf, zu existieren. Warum jagen, pflücken wir die Pflanzen und Tiere? Das hat verschiedene Gründe. Erstmal ist da natürlich die Ernährung. Kaum etwas ist schlimmer als Hunger. Es schmerzt endlos, man kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, man hat keinen Antrieb, keine Kraft. Besonders schlimm ist Hunger in der Kindheit, denn wenn ein Kind im Wachstum nicht die notwendigen Nährstoffe erhält, dann können sich wichtige Teile des Körpers nicht richtig entwickeln. Daher mache ich ganz gewiss niemandem einen Vorwurf, der sich selbst und seine Familie ernähren will. Auch wenn er dabei auf die Jagd nach seltenen Tieren geht oder den letzten Baum einer Spezies fällt. Dem Einzelnen kann man da keinen Vorwurf machen. Wer im Busch lebt, der holt sich sein Essen aus dem Busch. Wer an der Küste lebt, der holt sich sein Essen aus dem Meer, etc.
Das wäre auch in Ordnung, gäbe es nicht das allgegenwärtige Problem, dass wir zu viele sind. Aufgrund der schlichten Menge an Menschen ist es nicht möglich, alle satt zu bekommen und die Umwelt zu schonen. Technisch wäre es tatsächlich möglich, jeden Menschen auf dem Planeten zu ernähren. Angeblich gälte das sogar noch für 12Mrd Menschen. Aber praktisch ist da das Problem der Verteilung. Es geht hier nicht um Transportkosten. Wenn man einfach mal einen Krieg weg lässt, dann wäre damit die Welternährung finanziert (Alleine der Irakkrieg hat bis heute, Stand Nov 2010, 700Mrd $ gekostet).
Es geht um das Problem der Zuständigkeit.